Hakimis WM-Gratwanderung: Sportlicher Glanz und Vergewaltigungsvorwurf
Hakimis WM-Gratwanderung: Sportlicher Glanz und Vorwurf

Marokkos Kapitän Achraf Hakimi befindet sich in einer außergewöhnlichen Situation: Während er bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 sportlich glänzt und sein Team ins Achtelfinale führte, muss er sich gleichzeitig einem schwerwiegenden Vergewaltigungsvorwurf vor Gericht stellen. Der 27-jährige Verteidiger von Paris Saint-Germain spricht selbst von einem „sehr guten Moment, auf persönlicher und auf beruflicher Ebene“ – eine Aussage, die angesichts der Umstände verwundern mag.

Sportliche Höchstleistungen trotz juristischer Belastung

Hakimi gehört zu den herausragenden Spielern dieser WM. Im letzten Gruppenspiel gegen Haiti, als Marokko als Außenseiter kurz vor einer Blamage stand, erzielte er den ersten Ausgleich selbst und bereitete den zweiten Treffer vor – am Ende siegte Marokko 4:2. Laut Datenanbieter Opta war Hakimi der erste Verteidiger bei einer WM, der mindestens fünf Torschüsse abgab, fünf erfolgreiche Pässe spielte und fünf Dribblings absolvierte. Mit 13 WM-Einsätzen ist er zudem afrikanischer Rekordhalter. Der Kontinentalverband CAF erklärte: „Das ist der neue afrikanische Maßstab.“

Der Vergewaltigungsvorwurf und die rechtliche Entwicklung

Die private Situation ist jedoch belastet. Mitten in der Vorrunde, am Tag des Spiels gegen Schottland, wurde bekannt, dass sich Hakimi wegen eines Vergewaltigungsvorwurfs vor dem Strafgericht des Departements Hauts-de-Seine verantworten muss. Eine 24-jährige Frau hatte 2023 behauptet, von Hakimi vergewaltigt worden zu sein; der Fußballprofi bestreitet die Vorwürfe. Die beiden sollen sich über Instagram kennengelernt haben. Zunächst reagierte Hakimi auf X mit den Worten: „Endlich werde ich reden können.“ Doch seine Anwälte legten am Freitag Revision gegen die Entscheidung ein, dass er zu einem noch offenen Termin vor Gericht erscheinen muss. Bereits zuvor soll Hakimi versucht haben, einen Prozess zu verhindern.

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Rückhalt im Team und klare Abschottung

Die Mitspieler blocken Fragen zu Hakimi konsequent ab. Nur Ersatztorwart Munir El Kajoui äußerte sich auf einer Pressekonferenz: „Wir stehen hinter ihm.“ Trainer Mohamed Ouahbi verteidigte seinen Leistungsträger deutlich: „Wir haben nicht darüber geredet, müssen wir auch nicht. Wir stehen hinter ihm. Hoffentlich zeigt er bei dieser WM, dass er der beste Rechtsverteidiger der Welt ist.“ Hakimi selbst sagt: „Ich habe gute Leute um mich herum, die mir dabei helfen, mich auf die wichtigen Dinge zu konzentrieren. Dies ist einer der wichtigsten Momente in meiner Karriere. Und ich hoffe, dass es noch lange so weitergeht.“

Ausblick auf das Achtelfinale gegen die Niederlande

In der Nacht zu Dienstag um 03.00 Uhr (MagentaTV) trifft Marokko im Achtelfinale auf die Niederlande. Für Hakimi ist es sein 100. Länderspiel. Die Mannschaft und der Trainer setzen voll auf ihn – sportlich wie menschlich. Ob die juristische Auseinandersetzung langfristig Auswirkungen auf seine Leistung haben wird, bleibt abzuwarten. Bislang scheint die Unruhe im Privatleben seinen sportlichen Fokus nicht zu beeinträchtigen.

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