Wilson Isidor hat bei der Fußball-Weltmeisterschaft Geschichte geschrieben. Der Stürmer erzielte im letzten Gruppenspiel gegen Marokko das erste selbst erzielte Tor Haitis seit 52 Jahren. Sein Treffer aus 26 Metern Entfernung mit einer Geschwindigkeit von 126 km/h war nicht nur statistisch beeindruckend, sondern auch emotional bedeutsam.
Großvaters Prophezeiung wird wahr
Isidor enthüllte nach dem Spiel, dass sein Großvater, der 1974 die Tore von Emmanuel Sanon live gesehen hatte, ihm vorausgesagt hatte, der nächste Torschütze zu werden. „Er war sehr stolz darauf und er hat mir gesagt, dass ich der nächste Torschütze werde. Ich denke, er ist nun sehr stolz auf mich“, sagte der 25-Jährige. Haiti verlor zwar 2:4, aber Isidors Treffer war der erste selbst erzielte Tor der Mannschaft bei diesem Turnier – zuvor war Haitis einzige Führung als Eigentor gewertet worden.
Historischer Kontext: Sanons Vermächtnis
1974 war Emmanuel Sanon mit seinen beiden Toren gegen Italien und Argentinien zum Nationalhelden geworden. Haiti nahm damals zum ersten und einzigen Mal an einer WM teil. Nun, 52 Jahre später, knüpft Isidor an diese Tradition an. „Wir haben die Menschen in Haiti stolz gemacht. Wir können jetzt darauf aufbauen und kommen in vier Jahren stärker wieder“, sagte der Stürmer.
Starke Leistung gegen Top-Team
Haiti zeigte gegen Marokko, die fünftbeste Mannschaft der Welt, eine beachtliche Leistung. Nach einer frühen Führung durch ein Eigentor Haitis kämpfte sich die Mannschaft zurück und ging durch Isidor sogar in Führung. Am Ende reichte es nicht zu einem Punkt, aber Trainer Sébastian Migné zeigte sich zufrieden: „Wir haben hier gezeigt, dass wir uns zu Recht qualifiziert haben.“
Ziel für 2030: Erster WM-Punkt
Isidor gab das nächste Ziel aus: „Wir kommen wieder, um unseren ersten Punkt zu holen.“ Bei dieser WM habe man bewiesen, dass man gegen Schottland und Marokko mithalten könne. Die Mannschaft habe gezeigt, dass sie in der Lage sei, Top-Teams zu fordern.
Trainer-Zukunft ungewiss
Ob Trainer Migné die Mannschaft weiter betreut, blieb zunächst offen. „Ich habe noch einen Vertrag mit dem Verband. Ich bin professionell, das Spiel ist gerade erst zu Ende. Man sollte das in Ruhe analysieren“, sagte der Franzose. Die Zukunft der haitianischen Nationalmannschaft bleibt spannend.



