Gwinn und Bühl: Bayerns Duo für große Tore bereit für Barça
Gwinn/Bühl: Bayerns Duo für große Tore bereit für Barça

Mit der Meisterschale aus Pappe feierten die Serienmeisterinnen des FC Bayern in der Alten Försterei ausgelassen. „Der Zug, der Zug, der Zug hat keine Bremsen“, sangen Matchwinnerin Giulia Gwinn und ihre Teamkolleginnen aus voller Kehle. Mit doppeltem Schwung geht es nun weiter: Das Rückkehrer-Duo Gwinn und Klara Bühl sorgte für den vorzeitigen Titelgewinn in der Bundesliga – perfekt vor dem Kracher-Hinspiel in der Champions League an diesem Samstag (18.15 Uhr/Disney+) in der Allianz Arena gegen den FC Barcelona.

Das Leiden der Klara Bühl

„Für mich persönlich ist es eine schöne Geschichte, für Klara genauso“, sagte Gwinn nach dem 3:2 der Münchnerinnen gegen den 1. FC Union Berlin, das sie mit ihrem Treffer in der 84. Minute – auf Vorlage von Bühl – entschied. „Kann auch gern am Samstag jemand anders sein, Hauptsache es passiert“, fügte Gwinn hinzu. Die Kapitänin der deutschen Nationalmannschaft war nach einer kürzeren Pause wegen einer ausgekugelten Schulter zurückgekehrt. Bühl hatte sich Anfang März ebenfalls bei der DFB-Auswahl verletzt und litt wochenlang unter einer Muskelsehnenverletzung. „Es war im ersten Moment ein herber Rückschlag. Das muss ich zugeben“, erinnerte sich die Außenstürmerin nach ihrem triumphalen Comeback. „Vor allem, wenn es heißt, es sind einige Wochen bis zwei, drei Monate.“

Gwinns Ansage: „Wäre doch schön, wenn wir es entscheiden“

Das Timing hätte nicht besser sein können. Trainer José Barcala wechselte beide Nationalspielerinnen in der zweiten Halbzeit ein. Gemeinsam sorgten sie in einem packenden Spiel gegen die niemals aufgebenden Union-Frauen für die Entscheidung. „Wir haben vorhin tatsächlich ein bisschen Späße gemacht“, erzählte Gwinn. „Wäre doch schön, wenn wir es entscheiden.“ Die Münchnerinnen wollten den Titel unbedingt an diesem Mittwochabend in Berlin-Köpenick klarmachen und sich für den Angriff auf das Triple rüsten. „Das kann uns nur guttun, dass wir jetzt Rückenwind mitnehmen und den ersten Titel der Saison eingefahren haben“, sagte Gwinn vor dem Duell mit Barcelona, das fast zeitgleich ebenfalls den vorzeitigen Meisterschaftsgewinn feierte – dank eines 4:1 im Stadtduell mit Espanyol. Es war der elfte Titel insgesamt, der siebte in Serie. Auch hier nur eine Fiesta light. „Verantwortlich für die zurückhaltende Feier war der FC Bayern München“, schrieb Spaniens „Mundo Deportivo“.

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Zahlen, die beeindrucken: 116:7 Tore

Die nationale Dominanz beider Teams ist erdrückend. Barcelona gewann 25 seiner 26 Partien, eine ging verloren. Die Torbilanz lautet 116:7. Der Vorsprung auf Platz zwei – Real Madrid – beträgt 16 Punkte. Und: Die Katalaninnen hatten den Bayern zum Auftakt der Königsklassen-Saison eine deftige 1:7-Niederlage beigebracht. Die Münchnerinnen kassierten noch gar keine Niederlage in der Liga, mit 19 Siegen in Folge verbesserten sie den Vereinsrekord. 84:8 Tore, 15 Punkte mehr als der VfL Wolfsburg auf Platz zwei – dem Gegner im DFB-Pokalfinale am 14. Mai. Viele Gründe zum Feiern hätten sie beim FC Bayern, einige mehr sprechen – noch – dagegen. Die Männer wurden am Sonntag vorzeitig Meister, zogen am Mittwochabend ins DFB-Pokalfinale ein und wahren somit ebenfalls alle Chancen auf das Triple. Grüße gab es vorher noch aus Berlin von den neuen Meisterinnen. Und viel Lob von den Vereinsbossen für die Bayern-Frauen.

Bühl: Hungrig nach allem Möglichen

Vereinspräsident Herbert Hainer nannte die vierte deutsche Meisterschaft in Serie „die nächste historische Großtat“. Er kündigte an, dass er am Samstag zu den Bayern-Frauen gegen Barcelona ins Stadion gehe statt zu den Männern nach Mainz. Den FC Bayern zeichne es schon immer aus, dass er im Erfolg nicht nachlasse – „das gilt auch im Frauenfußball“, betonte Vorstandsboss Jan-Christian Dreesen. Voll verinnerlicht hat das auch Bühl, die seit dem Sommer 2000 beim FC Bayern spielt. „Ich glaube, wir sind tatsächlich sehr, sehr gut damit gefahren, dass wir auf unsere Konstanz setzen, dass wir einfach schauen, unsere Leistung immer wieder zu bringen, dass wir uns gegenseitig auch im Training fordern, in den Spielen fordern“, erzählte Bühl. „Es macht einen so hungrig nach allem Möglichen und man glaubt daran, dass man alles erreichen kann.“

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