Der deutsche Handball-Bundestrainer Alfred Gíslason (66) sorgt vor den anstehenden Länderspielen gegen Dänemark für frischen Wind. Wie aus dem Umfeld der Nationalmannschaft zu erfahren war, beruft der Isländer zwei neue Spieler in den 18er-Kader: Moritz Sauter (23) vom HSV Hamburg und Linksaußen Vincent Büchner (27) vom ThSV Eisenach. Mit Sauter steht nun der zehnte U21-Weltmeister von 2023 im aktuellen Aufgebot.
Herausforderung gegen den Titelträger
Die Aufgabe könnte kaum größer sein. Deutschland trifft auf Dänemark, den amtierenden Olympiasieger, Welt- und Europameister. Mehr Handball-Titel passen nicht auf eine Visitenkarte. Für das DHB-Team um Kapitän Johannes Golla (28/Flensburg) ist dieser Doppeltest eine Standortbestimmung auf höchstem Niveau. Der Blick geht schon Richtung Heim-WM 2027, deren Endspiel ebenfalls in Köln stattfinden wird.
Lehrgang und Spieltermine
Der Handball-Lehrgang in Köln startet am 11. Mai. Die Spiele finden am 15. Mai in der Royal Arena in Kopenhagen (19.30 Uhr) sowie am 17. Mai (15.30 Uhr) in der Kölner LANXESS Arena statt. Es ist die Neuauflage des EM-Finales vom 1. Februar in Herning, das Deutschland mit 27:34 verlor.
Zehn U21-Weltmeister im Kader
Acht U21-Weltmeister stehen diesmal im Kader, fast wie ein Klassentreffen der Gold-Jungs. Moritz Sauter musste bislang zusehen, wie andere aus der Weltmeister-Truppe von 2023 ihre Chance bekamen. Beim HSV Hamburg ist er Taktgeber, Torjäger und auch in der Defensive eine Bank. Seine Bilanz: 137 Tore, 58 Assists, zuletzt sieben Treffer beim HSV-Erfolg gegen Erlangen. Bei der EM 2026 gehörte Sauter bereits zum 35er-Kader, nun steht er im 18er-Aufgebot.
Zu seiner Rolle sagte er vor der EM: „Natürlich ist die Nationalmannschaft ein Ziel von mir. Ich mache mir aber keinen Druck. Ich muss meine Leistung beim HSV bringen, dann wird man sehen, was passiert.“ Nun hat es geklappt. Vor Sauter wurden bereits David Späth, Lasse Ludwig, Tim Freihöfer, Renars Uscins, Mattes Langhoff, Max Beneke, Justus Fischer, Mathis Häseler und Nils Lichtlein aus der U21-Weltmeister-Mannschaft berücksichtigt.
Lob vom HSV-Trainer
HSV-Trainer Torsten Jansen (49) schwärmte im HBL-Format „Meisterlich“ über seinen Spielmacher: „Moritz bringt alle Attribute eines Handballers, eines Führungsspielers mit, die man sich als Trainer immer wünscht. Seine Arbeitsmoral und seine Persönlichkeit, seine handballerischen Fähigkeiten stehen außer Frage.“
Sauter ersetzt Köster, Büchner für Mertens
Sauter wird die Position des Gummersbachers Julian Köster (26, Knie-OP) einnehmen. Auf Kreisläufer Jannik Kohlbacher (30/Rhein-Neckar Löwen) verzichtet Bundestrainer Gíslason bei diesem Lehrgang. Ebenfalls nicht dabei: Magdeburgs Linksaußen Lukas Mertens (30). Dafür rückt Vincent Büchner (27/ThSV Eisenach) ins Team. Der Linksaußen, ab Sommer beim THW Kiel unter Vertrag, überzeugte den Bundestrainer auch durch sein Defensivspiel.
Rückkehrer ins Aufgebot
Die Kieler Andreas Wolff und Lukas Zerbe kehren nach einer Lehrgangspause im März wieder in den Kader zurück. Auch Marko Grgic, der gegen Ägypten krankheitsbedingt fehlte, ist wieder dabei. Das gilt auch für Nils Lichtlein, obwohl dessen Fuß nach Belastungen weiterhin Probleme bereitet.
Der deutsche 18er-Kader gegen Dänemark
- Tor: David Späth (23/Rhein-Neckar Löwen), Andreas Wolff (35/THW Kiel)
- Linksaußen: Tim Freihöfer (23/Füchse Berlin), Vincent Büchner (27/ThSV Eisenach)
- Rückraum links: Marko Grgic (22/SG Flensburg-Handewitt), Tom Kiesler (25/VfL Gummersbach), Matthes Langhoff (24/Füchse Berlin), Miro Schluroff (26/VfL Gummersbach)
- Rückraum Mitte: Juri Knorr (25/Aalborg Handbold), Nils Lichtlein (23/Füchse Berlin), Moritz Sauter (23/HSV Hamburg)
- Rückraum rechts: Franz Semper (28/SC DHfK Leipzig), Renars Uscins (23/TSV Hannover-Burgdorf)
- Rechtsaußen: Mathis Häseler (23/VfL Gummersbach), Lukas Zerbe (30/THW Kiel)
- Kreis: Justus Fischer (23/TSV Hannover-Burgdorf), Johannes Golla (28/SG Flensburg-Handewitt)
Das Aufgebot zeigt die Breite des deutschen Handballs. Mit zehn U21-Weltmeistern setzt Gíslason auf Kontinuität und Jugend. Die Spiele gegen Dänemark werden zeigen, wo die Mannschaft im internationalen Vergleich steht.



