Gregoritschs Fairplay-Geste beim HSV: Schiedsrichter Aytekin lobt 'ganz großes Kino'
Gregoritschs Fairplay-Geste: Aytekin lobt 'großes Kino'

Gregoritschs vorbildliche Fairplay-Geste beim HSV-Spiel

In der Fußball-Bundesliga sorgte Michael Gregoritsch vom FC Augsburg mit einer außergewöhnlich fairen Handlung für Aufsehen. Bei seinem alten Verein, dem Hamburger SV, verzichtete der österreichische Nationalspieler bewusst auf einen möglichen Freistoß, nachdem Schiedsrichter Deniz Aytekin ihn zu einem Zweikampf befragt hatte.

Aytekin lobt 'ganz großes Kino'

Die Szene ereignete sich kurz vor der Halbzeitpause beim 1:1-Unentschieden. Nach einem Zweikampf mit HSV-Spieler Fabio Vieira schien zunächst ein Foul vorzuliegen. Doch Gregoritsch klärte den Referee auf: "Ich lande auf seinem Fuß, und dann wird mir der Fuß weggezogen", erklärte er. Daraufhin entschied Aytekin auf Schiedsrichterball.

Der Schiedsrichter, der seine letzte Profisaison bestreitet, zeigte sich tief beeindruckt: "Das war ganz großes Kino", sagte Aytekin. "Viele sagen, im Fußball gibt es keinen Respekt und keine Fairness und keine Menschlichkeit. Das war ein Musterbeispiel für gegenseitige Wertschätzung." Auch Vieira bedankte sich bei seinem Gegenspieler mit einer abklatschenden Geste.

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Trainer Baum kritisiert Schiedsrichter-Verhalten

Während Gregoritschs Fairplay allgemeine Anerkennung fand, übte Augsburgs Trainer Manuel Baum Kritik an Aytekins Vorgehen. "Chapeau für den Gregerl", lobte er zwar seinen Spieler, fügte aber hinzu: "Trotzdem finde ich es nicht gut, dass ein Schiedsrichter einen Spieler fragt."

Baum stellte rhetorische Fragen: "Was wäre denn gewesen, wenn Gregoritsch nicht ehrlich gewesen wäre? Dann wäre er jetzt der Buhmann." Seiner Ansicht nach sollte die "Verantwortung nicht auf den Spieler abgeschoben werden". Für Entscheidungen sei schließlich der Schiedsrichter zuständig.

Polzin entschuldigt sich für HSV-Verhalten

HSV-Trainer Merlin Polzin zeigte sich ebenfalls beeindruckt von Gregoritschs Sportlichkeit: "Man sieht, was er für ein fairer Sportmann ist". In einem längeren Gespräch nach dem Spiel entschuldigte sich Polzin jedoch für das Verhalten seiner Mannschaft.

Gregoritsch hatte sich beschwert, "mit welcher Energie wir einen Elfmeter versucht haben zu erwirken". Polzin räumte ein: "Da habe er recht gehabt. Dafür habe ich mich entschuldigt, weil das nicht passend war mit seiner Aktion."

Spielverlauf und Tabellensituation

Das Spiel selbst endete 1:1. Augsburg ging durch Arthur Chaves (22. Minute) in Führung, Ransford Königsdörffer (60.) glich für den HSV aus. Nach einer Notbremse von Miro Muheim (64.) gegen Anton Kade musste der Hamburger in Unterzahl weiterspielen.

Für Gregoritsch war das Remis zwiespältig: "Ich bin schon ein bisschen enttäuscht", gestand er, "aber gleichzeitig war es ein verdientes Unentschieden. Wir haben unser Herz auf dem Platz gelassen."

Sportlich bedeutete der Punkt für Augsburg das Minimalziel nach drei vorherigen Niederlagen. In der Tabelle liegen die Augsburger weiter knapp vor dem Hamburger SV und haben sieben Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz 16.

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