Ghana-Star Prince Owusu warnt DFB-Team vor WM-Gefahren
Der in Wertheim geborene Fußballprofi Prince Owusu (29), der aktuell für CF Montréal in der Major League Soccer spielt und für die ghanaische Nationalmannschaft aufläuft, hat vor dem heutigen Testspiel zwischen Deutschland und Ghana in Stuttgart deutliche Worte gefunden. Der Stürmer, der als Sohn ghanaischer Eltern in Deutschland aufgewachsen ist und seine Karriere beim VfB Stuttgart begann, warnt die DFB-Elf von Bundestrainer Julian Nagelsmann vor den „Black Stars“ und vor besonderen Gefahren bei der anstehenden Weltmeisterschaft.
Überraschende Nicht-Nominierung und Selbstvertrauen
Obwohl Owusu seit seinen ersten A-Länderspielen für Ghana im November vergangenen Jahres weiterhin erfolgreich für seinen Klub Montréal Tore erzielt – vier Treffer in fünf MLS-Einsätzen 2026 – wurde er für die aktuelle Länderspielphase nicht nominiert. „Die Entscheidung wurde mir leider weder persönlich mitgeteilt noch im Nachgang erklärt“, so Owusu gegenüber BILD. „Ich war darüber sehr verwundert, weil ich es nicht wirklich nachvollziehen kann. Denn ich gehöre zu den formstärksten ghanaischen Mittelstürmern.“
Sein schneller Aufstieg vom 3.-Liga-Spieler bei 1860 München zum MLS-Star und Nationalspieler überrascht ihn dabei nicht: „Ich habe schon immer Vertrauen in mich und meine Fähigkeiten gehabt – auch, wenn Kritiker damals daran gezweifelt haben.“ Sein Glaube an Jesus Christus und gesammelte Erfahrung hätten ihm dabei geholfen.
Ghanas Stärken und WM-Chancen
Zurück zum heutigen Spiel und der ghanaischen Mannschaft: Owusu betont die Qualitäten seines Teams. „Wir haben gerade eine sehr gute Generation. Einige Spieler wie Antoine Semenyo von Manchester City spielen in Europa auf absolutem Top-Niveau.“ Die Stärke Ghanas liege besonders in der Physis: „Wir haben viele starke und sehr schnelle Spieler, die speziell bei Kontern über die Außenbahnen gefährlich sind.“
Bei der anstehenden Weltmeisterschaft sieht Owusu gute Chancen für Ghana: „Wir sind auf jeden Fall so gut, dass wir die Gruppenphase überstehen sollten. Danach finde ich das Turnier für alle Teams unvorhersehbar.“
Warnung vor WM-Gefahren durch Zeitzonenwechsel
Besonders deutlich wird Owusu bei seiner Warnung an das DFB-Team bezüglich der WM in den USA, Kanada und Mexiko. „Der neue Modus ist ein Faktor. Der andere ist in meinen Augen das Reisen der Teams zwischen den verschiedenen Zeitzonen.“ Ohne entsprechende Maßnahmen könnten selbst Spitzenspieler körperliche Schwierigkeiten bekommen.
Der erfahrene MLS-Profi erklärt konkret: „Wenn man von einer Zeitzone in die andere reist, muss man vorher planen, wann man schlafen sollte und wann nicht. Sonst kommst du aus dem gesunden Rhythmus. Und: Bei längeren Reisen musst du die Zeit im Flieger zur Regeneration nutzen. Beispielsweise durch die Nutzung von Kompressions-Stümpfen.“
Persönliche Ziele und Zukunft
Obwohl Owusu aktuell nicht für Ghana nominiert wurde, arbeitet er weiter hart auf eine WM-Teilnahme hin: „Das ist natürlich ein Traum, für den ich weiter richtig hart arbeiten werde.“
Ein Wechsel zurück nach Deutschland steht aktuell nicht auf der Agenda: „Ich bin sehr zufrieden bei Montreal und verfolge noch das Ziel, mit dem Klub Titel zu gewinnen.“ Sein Traumverein bleibe jedoch der VfB Stuttgart, wo er von 2009 bis 2017 ausgebildet wurde. „Eine Rückkehr würde meine Karriere wunderbar abrunden“, so der 29-Jährige abschließend.



