Funkel schwärmt von Wagner: Darum schafft Köln den Klassenerhalt
Funkel: Wagner führt Köln zur Rettung

Friedhelm Funkel (72) rettete den 1. FC Köln 2021 in der Relegation und führte die Mannschaft in der vergangenen Saison zum Aufstieg. Nun äußert sich der Kult-Coach in einem Interview zur aktuellen Situation des Vereins und zum neuen Trainer René Wagner (37). Vor dem entscheidenden Saisonendspurt um den Klassenerhalt spricht Funkel Klartext.

Funkel über seine Rolle als Feuerwehrmann

Auf die Frage, ob er in dieser Saison noch einmal als Retter bei einem Verein einspringen werde, antwortet Funkel gelassen: „Ob das dieses Jahr noch mal der Fall sein wird, weiß ich auch nicht. Aber ich genieße mein Leben auch so und war noch nie derjenige, der bewusst darauf schaut, wo es gerade eng für einen Trainer werden könnte.“

Keine Enttäuschung über die Nichtberücksichtigung

Köln hatte sich nach der Freistellung von Lukas Kwasniok (44) für dessen Co-Trainer René Wagner entschieden und nicht auf Funkel zurückgegriffen. Für den 72-Jährigen ist das kein Problem: „Nein, überhaupt nicht! Ich kann die Entscheidung und den Weg von Thomas Kessler nachvollziehen. Er kennt René lange, kann ihn und seine Fußball-Kompetenz einschätzen und weiß, wie er mit Menschen umgeht. Ich freue mich für den FC, dass der nach der Freistellung von Kwasniok die Punkte geholt hat, die man holen musste. Sie haben das gut gemacht und hatten bei St. Pauli auch das Glück, das sie zuvor in der Saison sicher nicht so hatten. René ist damit voll im Soll. 5 Punkte und die Tatsache, dass man zwei Mal auswärts einen Rückstand aufgeholt hat, sprechen für die Mannschaft und für den Trainer.“

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Wagners menschlichere Ansprache als Schlüssel

Funkel betont, dass die Entscheidung für Wagner absolut richtig gewesen sei. „René macht es gut. Er hat eine etwas andere und menschlichere Ansprache als Kwasniok, ist vielleicht etwas verständnisvoller und vor allem ruhiger. Lukas war manchmal ein Vulkan. Das muss sicher ab und an so sein. Aber vielleicht war es zu oft der Fall. Wagner beruhigt jetzt alles, nimmt die Spieler auch schon mal in den Arm und kommt bei der Mannschaft einfach gut an. Das sieht und spürt man.“

Kein Zweifel am Klassenerhalt

Der ehemalige Trainer ist sich sicher, dass Köln die Klasse halten wird. „Daran habe ich nicht den geringsten Zweifel. Den hatte ich aber auch schon vor dem Trainerwechsel nicht. Abgesehen von der Qualität sind die Mannschaft und das Umfeld einfach viel zu gefestigt. Der FC wird die drei, vier Punkte, die sie noch brauchen, holen und hält die Klasse zu 1000 Prozent. Spätestens nach dem Heidenheim-Spiel am 33. Spieltag ist Köln gerettet.“

Wagners klügste Entscheidungen

Laut Funkel hat Wagner in den letzten knapp fünf Wochen vor allem durch clevere Personalentscheidungen überzeugt. „Seine beste Entscheidung war es, El Mala sofort zu stärken. Das soll überhaupt keine Kritik an Kwasniok sein. Aber El Mala ist jetzt – auch durch die Arbeit von Lukas – ein ganzes Stück weiter, als vor 10 Monaten. Er hat an Stabilität und Durchsetzungsvermögen gewonnen. Das zahlt sich aus. Neu ist aber, dass Wagner den Jungen als zweite Spitze neben Ache gestellt hat. Damit hat er viel mehr Freiheiten und muss nicht mehr ganz so viel nach hinten arbeiten wie zuvor. Er kann seine Kraft viel gezielter nach vorne einsetzen. Wagners zweite kluge Entscheidung war es, Armin Reutershahn als Co-Trainer dazuzuholen. Ich habe selbst 10 Jahre mit ihm gearbeitet. Er ist einer der besten Co-Trainer, die es überhaupt gibt und er passt menschlich und fachlich einfach perfekt in diese Truppe.“

Auswirkungen von Aches Verletzung

Ragnar Ache fällt im Saisonendspurt verletzt aus. Funkel hofft, dass dies nichts an El Malas neuer Rolle ändert. „Ich hoffe nicht. Man hat mit Bülter einen Spieler, der auch Zielspieler sein kann, kopfballstark ist und die Ache-Rolle in Teilen schon gespielt hat. Aus meiner Sicht gibt es daher keinen Grund, El Mala wieder irgendwo anders hinzustellen.“

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Funkels Prognose für den Abstiegskampf

Abschließend äußert sich Funkel zu den anderen Abstiegskandidaten. „Gladbach muss auf jeden Fall aufpassen. Wenn die das Spiel Samstag in Wolfsburg verlieren, wird es ganz eng. Sie haben ein schweres Programm. Ansonsten ziehe ich meinen Hut vor Heidenheim und Trainer Frank Schmidt, vor der Art und Weise, wie sie auftreten – aber sie werden trotzdem absteigen. Und dann geht es um St. Pauli und Wolfsburg. Ich glaube, die beiden machen Platz 16 und 17 im direkten Duell am letzten Spieltag unter sich aus. Mir fehlt vor allem beim VfL die Phantasie, dass es für mehr reichen kann – auch trotz des Sieges zuletzt bei Union.“