Frankreichs Fans trauern um verpasstes Duell mit Deutschland bei WM
Frankreichs Fans trauern um verpasstes Duell mit Deutschland

Eigentlich hätte es in diesem Text um Deutschlands potenzielle Gegner im Achtelfinale gehen sollen. Doch nach der deutschen Niederlage wird es hier vor allem um einen gehen: Kylian Mbappé.

Am Dienstag trafen im sechsten Spiel des Sechzehntelfinales dieser WM Frankreich und Schweden in New Jersey aufeinander. Im Vorfeld hatte man schon über eine potenzielle Begegnung Deutschlands mit dem Nachbarn philosophiert. Der Sieger dieses Spieles schien schon vor Beginn festzustehen.

Daran änderten dann auch die 90 Minuten bei 32 Grad heißem Wetter nichts mehr. Die Franzosen machten nicht nur das bessere Spiel, auch ihre Fans hatten mehr Glück: Ihre Tribüne lag im Schatten. „Didier Deschamps“ hallte es in Sprechchören nach dem Drei-zu-Null-Sieg der „Les Bleus“ über das Feld.

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Alle kamen wegen ihm

Nicht nur die Fans, auch die Spieler zeigten dem Trainer ihre Unterstützung. Frankreichs Torschützen rannten nach den Toren zu ihrem Trainer und umarmten ihn. Deschamps war erst kurz vor dem Spiel in die USA geflogen, nachdem seine Mutter in der Woche zuvor verstorben und er nach Frankreich zurückgekehrt war.

Im Stadion in New Jersey waren die Fans im blauen Trikot, auch wenn im Gegensatz zu Spielen mit lateinamerikanischen Mannschaften die Farben der spielenden Teams weniger vertreten waren. Der Stimmung tat das keinen Abbruch. Ganze dreimal schaffte es die Laolawelle um die Ränge.

Mexiko, Kolumbien, Japan, USA, Argentinien – sogar ein amerikanischer Fan mit Deutschland-Trikot war im Stadion anzutreffen. Alle hatten eines gemeinsam: den Star der französischen Mannschaft spielen sehen.

Kylian Mbappé lieferte ab

Kylian Mbappé lieferte ab. Zwei Tore, das erste kurz vor der Pause nach einem Übersteiger an der Grundlinie, das zweite in der 74. Minute, als er den Ball am Keeper vorbei ins Netz zirkelte. Es hätten noch mehr sein können: Ein Treffer wurde ihm wegen Abseits aberkannt, dazu ließ er weitere Chancen liegen.

Schweden hatte zwar ein paar Gelegenheiten, verdankte es aber vor allem Torhüter Jacob Widell Zetterström, dass es am Ende nur 3:0 stand. Die Franzosen dominierten klar. Mit den beiden Toren zog Mbappé bis auf einen Treffer an Messis WM-Rekord heran. Als Frankreichs Topspieler in der 85. Minute ausgewechselt wurde, verneigte sich Deschamps vor seinem Spieler.

Für Paraguay dürfte es am Samstag schwer werden. Beim letzten Aufeinandertreffen der beiden Mannschaften im Achtelfinale der WM 1998 wurde Frankreich am Ende Weltmeister. Und auch für Deutschland wäre gegen diese herausragende Mannschaft sicher ebenfalls Schluss gewesen.

Ein Spiel unter Nachbarn ist etwas Besonderes

Währenddessen ist bei den französischen Fans von Schadenfreude gegenüber dem früh ausgeschiedenen Nachbarn nichts zu spüren. Eher hätte man sich am Samstag in Philadelphia auf einen Klassiker gefreut.

„Ich bin traurig, dass wir nicht gegen Deutschland spielen“, sagte Greg nach dem Spiel. „Ein Spiel unter Nachbarn ist eigentlich immer etwas ganz Besonderes.“ Gegen Paraguay sieht er Frankreich weit vorne. Doch wenn es dann im Viertelfinale gegen Marokko geht, könnte es schwer werden. „Die haben eine sehr gute Defensive“, meint er. „Aber wir dafür eine grandiose Offensive.“

Er ist nicht der Einzige, der sich auf einen Klassiker gegen Deutschland gefreut hatte. Für Pascal und seinen Sohn Fabian ist es das zweite WM-Spiel der Blauen, das sie in den USA anschauen. „Ein Spiel gegen Deutschland hat einfach immer eine ganz andere Symbolwirkung“, sagt er.

Er könne sich noch lebhaft an die „Nuit de Séville“ erinnern – jenes Halbfinale von 1982, das Deutschland gegen Frankreich nach 3:3 als erstes WM-Spiel überhaupt im Elfmeterschießen gewann. Doch dieses Jahr, so glaubt er, hätte Deutschland so oder so keine Chance gehabt. „Die Mannschaft ist dieses Jahr so stark“, sagt er.

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Auch die WM in den USA gefällt ihm super, nicht nur wegen des französischen Erfolgs. Es ist bereits seine sechste. Toll organisiert, super Stimmung. Besonders toll: die US-Fans, die alle das Trikot der Franzosen tragen. Er habe mit sehr vielen gesprochen, die keine Franzosen waren, sagt er. Die kannten nicht einmal die Fußball-Regeln, sagt er und lacht. Pascal ist sich sicher: In 18 Tagen stehen die „Les Bleus“ hier wieder auf dem Platz – im Finale. Die New Yorker könnten dann ihre blauen Trikots wieder rausholen.