Fortuna Düsseldorf: Die alarmierende Abhängigkeit von Cedric Itten
Die Situation bei Fortuna Düsseldorf spitzt sich dramatisch zu. Nachdem Stürmer Cedric Itten sein letztes Spiel für den Klub in Nürnberg absolvierte, steht nun das wichtige Rückspiel gegen Hertha BSC an – und die Anzeichen für einen erneuten Ausfall des Schweizer Nationalspielers mehren sich.
Die erschreckende Statistik: Ein Mann allein trägt die Offensive
Cedric Itten, der im Sommer für 1,5 Millionen Euro vom SC Bern verpflichtet wurde, hat sich in dieser Saison zur absoluten Schlüsselfigur entwickelt. Der 29-jährige Angreifer war direkt an 50 Prozent aller Fortuna-Tore beteiligt – mit 10 eigenen Treffern und 2 Vorlagen. Noch beeindruckender ist die Tatsache, dass bis zum 1:0-Sieg in Nürnberg kein einziger Dreierpunkt ohne Ittens Torbeteiligung errungen werden konnte.
Trotz dieser herausragenden Einzelleistung führt Fortuna Düsseldorf eine statistisch bemerkenswerte Bilanz: Der Klub verfügt über die mit Abstand harmloseste Offensive der gesamten 2. Bundesliga. Nach 26 absolvierten Spieltagen gelangen lediglich 24 Treffer, eine Zahl, die ohne Ittens Beitrag noch deutlich niedriger ausgefallen wäre.
Die Konsequenzen des Ausfalls: Drei Spiele, ein Tor, ein Punkt
Die Abhängigkeit von Itten wird besonders deutlich, wenn man die Spiele analysiert, die der Stürmer verletzungs- oder krankheitsbedingt verpasste. In den drei Partien gegen Hertha BSC (0:1), gegen den 1. FC Kaiserslautern (1:1) und in Braunschweig (0:1) erzielte Fortuna gerade einmal ein einziges Tor und holte lediglich einen Punkt.
Eine ohnehin schon schwache Offensive verwandelt sich ohne ihren Chef-Stürmer in eine komplette Katastrophe, wie die Zahlen unmissverständlich belegen. Die Sorge vor dem Hertha-Rückspiel am Sonntag um 13:30 Uhr ist daher mehr als berechtigt, zumal Itten aufgrund einer Entzündung in dieser Woche noch keine Trainingseinheit absolvieren konnte.
Die Alternativen: Eine torlose Bilanz der Ersatzstürmer
Noch erschreckender ist die Bilanz der anderen Mittelstürmer im Kader. Marin Ljubicic, Zan Celar, Jordi Paulina und der mittlerweile nach Essen ausgeliehene Danny Schmidt kommen in dieser Saison zusammen auf 811 Einsatzminuten – und blieben dabei ohne jeden Torerfolg.
Diese statistische Tatsache unterstreicht die prekäre Situation, in der sich Fortuna Düsseldorf befindet. Ohne Cedric Itten herrscht in der Offensive die totale Flaute, und sollte sich diese Situation im Spiel gegen Hertha BSC fortsetzen, könnte der Klub im Abstiegskampf erneut in ernste Schwierigkeiten geraten.
Die taktische Entwicklung: Vom Torjäger zum Kämpfer
Interessant ist die Entwicklung, die Itten in dieser Saison durchlaufen hat. Ursprünglich als reiner Torjäger verpflichtet, hat sich der Schweizer in der Krise zum vielseitigen Kämpfer entwickelt, der sich für die Mannschaft voll reinhaut und nicht nur durch Tore, sondern auch durch seine kämpferische Einstellung wertvoll ist.
Diese Transformation macht den möglichen Ausfall umso schmerzhafter, denn Fortuna verliert nicht nur ihren torgefährlichsten Spieler, sondern auch einen wichtigen moralischen Stützpfeiler. Kein anderer Verein der 2. Bundesliga zeigt eine derartige Abhängigkeit von einem einzelnen Offensivspieler wie Fortuna Düsseldorf von Cedric Itten.
Die kommenden Tage werden zeigen, ob Itten doch noch für das Hertha-Spiel fit wird oder ob Fortuna erneut lernen muss, wie man ohne seinen wichtigsten Stürmer überlebt – eine Lektion, die in dieser Saison bisher nur unzureichend gelernt wurde.



