Norwegens Verbandschefin fordert Abschaffung des FIFA-Friedenspreises
FIFA-Friedenspreis: Norwegen fordert Abschaffung

Die Präsidentin des norwegischen Fußballverbands, Lise Klaveness, hat die Abschaffung des umstrittenen FIFA-Friedenspreises gefordert. In einem Interview mit dem norwegischen Sender NRK bejahte die 45-Jährige die Frage, ob der Preis wieder abgeschafft werden solle. Klaveness hatte den Fußball-Weltverband bereits in der Vergangenheit immer wieder kritisiert.

Kritik an der Verleihung an Trump

FIFA-Präsident Gianni Infantino hatte den Preis erstmals bei der WM-Auslosung im Dezember verliehen – und zwar an den damaligen US-Präsidenten Donald Trump. Diese Entscheidung sorgte international für heftige Kritik. Klaveness erklärte nun: „Wir kritisieren die Einführung dieser Auszeichnung. Sie hatte keine Grundlage im FIFA-Kongress. Sie ist nicht legitim und liegt eindeutig außerhalb des FIFA-Mandats. Es ist bedenklich, dass eine politische Auszeichnung ohne jegliche Grundlage eingeführt wird.“

Unterstützung für Beschwerde von FairSquare

Der norwegische Verband unterstützt eine Beschwerde der britischen Menschenrechtsorganisation FairSquare gegen Infantino. FairSquare hatte bereits im Dezember einen Beschwerdebrief an die FIFA geschickt, jedoch laut FairSquare-Chef Nick McGeehan lediglich eine Eingangsbestätigung erhalten. Klaveness betonte: „Wir bitten die Ethikkommission, dies zu prüfen.“ Sie sieht darin einen Verstoß gegen die Regeln der politischen Neutralität durch die FIFA.

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Politische Dimension des Preises

McGeehan zeigte sich optimistisch, dass der norwegische Vorstoß Wirkung zeigen könnte: „Ich glaube, das wird für die FIFA problematisch, weil es erheblichen politischen Druck ausübt. Es ist etwas ganz anderes, wenn es von einem Fußballverband kommt. Sie können eine Beschwerde von uns zurückweisen, aber wenn sie von einem Verband kommt, der zudem ein Vorstandsmitglied in der UEFA hat, dann hat sie einen ganz anderen Stellenwert.“

Die FIFA hatte die Kritik an Infantino im vergangenen Jahr mit dem Hinweis zurückgewiesen, dass der Präsident „gute Beziehungen“ zu den Staatschefs der Gastgeberländer haben müsse, um eine erfolgreiche Veranstaltung zu gewährleisten.

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