Fußball-WM: England-Fan setzt auf drastische Maßnahmen für zehnten Turnierbesuch
Die Fußball-Weltmeisterschaft in Nordamerika stellt viele Fans vor erhebliche finanzielle Hürden. Die hohen Ticket- und Reisekosten für die Spiele in den USA, Kanada und Mexiko schrecken zahlreiche Anhänger ab. Doch der Engländer Andy Milne, ein 62-jähriger pensionierter Lehrer, zeigt sich entschlossen: Um sich seinen zehnten WM-Besuch leisten zu können, greift er zu einer extremen Lösung.
Hausverkauf als Finanzierungsstrategie für die WM-Reise
Andy Milne plant, sein Haus in Nordengland zu verkaufen, um die Kosten für die Reise zur Endrunde im Sommer zu decken. In einem Interview mit der britischen Boulevardzeitung Mirror erklärte er: »Es kommt auf den Markt, damit ich zur WM fahren kann.« Milne, der derzeit in Thailand lebt, nutzt das Anwesen als Zweitwohnsitz und hat es bereits vermietet. Nun bietet er es für 350.000 britische Pfund, umgerechnet etwa 400.000 Euro, zum Verkauf an.
Sein Vorhaben ist ambitioniert: »Ich will unbedingt das ganze Turnier sehen. Ich fliege am 3. Juni in die USA und bleibe dort sieben Wochen. Es wird also eine Menge Geld kosten«, so Milne. Er hat bereits Tickets für alle möglichen Spiele der englischen Nationalmannschaft erworben, inklusive eines potenziellen Finales. Damit würde es sein zehnter WM-Besuch werden – neunmal bei den Männern und einmal bei der Frauen-WM 2023.
Kultfigur unter Fans und Strategien zur Kostenreduzierung
Unter Fußballfans gilt Andy Milne als Kultfigur, oft trägt er eine Nachbildung des WM-Pokals bei sich. Um die Ausgaben im Rahmen zu halten, setzt er auf pragmatische Lösungen. »Wo es geht, schlafe ich auf Sofas. Ich habe das Glück, Freunde in Mexiko, Dallas und Vancouver zu haben«, erklärte er. Neben den Ticketpreisen treiben insbesondere die Flugkosten zwischen den verschiedenen Austragungsorten die Gesamtkosten in die Höhe.
Das erste Spiel der englischen Mannschaft, der Three Lions, findet am 17. Juni in Dallas gegen Kroatien statt. Anschließend folgen Partien gegen Ghana in Foxborough, Massachusetts, und gegen Panama in New Jersey, wo die Gruppenphase endet.
Kritik an hohen Ticketpreisen und Fifa-Reaktionen
Die exorbitanten Ticketpreise bei dieser WM haben bereits zu heftiger Kritik von Verbraucherschützern und Fanorganisationen geführt. Im Dezember warfen diese dem Weltverband Fifa einen »monumentalen Betrug« vor. Demnach lagen die Preise im freien Verkauf zwischen 140 US-Dollar für die günstigsten Gruppenspiele und 8.680 US-Dollar für ein Finalticket. Die Fifa verwies später auf zusätzliche Kontingente ab 60 Dollar, doch viele Fans bleiben skeptisch angesichts der finanziellen Belastung.
Andy Milnes Geschichte unterstreicht die Leidenschaft, die Fußballfans für das Turnier aufbringen, aber auch die wachsenden Herausforderungen durch steigende Kosten. Sein Hausverkauf symbolisiert den extremen Preis, den einige bereit sind, für ihre WM-Teilnahme zu zahlen.



