Die englische Nationalmannschaft hat sich mit Mühe ins WM-Achtelfinale gerettet. Dank eines Doppelpacks von Star-Stürmer Harry Kane (75., 86. Minute) besiegte das Team von Trainer Thomas Tuchel die DR Kongo mit 2:1 (0:1) und vermied eine Blamage. Vor 68.239 Fans in Dortmund drehte Kane die Partie nach dem frühen Rückstand durch Brian Cipenga (7.) und sorgte für große Erleichterung bei den Three Lions. Nun trifft England im Achtelfinale auf Co-Gastgeber Mexiko.
Früher Schock und starke Reaktion
Die DR Kongo ging bereits in der siebten Minute in Führung. Nach einer Flanke aus dem rechten Halbfeld landete der Ball bei Cipenga, der in den Strafraum zog und den Ball überraschend ins kurze Eck drosch. England-Keeper Jordan Pickford hatte wohl mit einem Querpass gerechnet und musste sich den Treffer ankreiden lassen. Es war erst das zweite Länderspieltor des 23-jährigen Flügelstürmers, der in der zweiten spanischen Liga spielt und vor gut einem Jahr von Kongos Trainer Sébastien Desabre erstmals nominiert wurde – damals noch mit Unverständnis quittiert.
Englands Druck und glänzender Mpasi
England brauchte bis nach der ersten Trinkpause, um klare Chancen zu erspielen. Den Kopfball von Jude Bellingham (30.) aus kurzer Distanz hielt Lionel Mpasi exzellent, den Versuch von Marcus Rashford (35.) klärte der in England geborene Aaron Wan-Bissaka auf der Linie. Auf der anderen Seite traf Yoane Wissa den Pfosten. Vor der Pause gab es Aufregung: Bayern-Star Kane war im Strafraum nach Kontakt mit Mpasi zu Fall gekommen, Schiedsrichter Adham Makhadmeh verweigerte den Elfmeter – auch nach Videobeweis. „Kontakt ist auf jeden Fall da, das steht völlig außer Frage“, analysierte der frühere Liverpool-Trainer Jürgen Klopp bei MagentaTV. Englands Sturmlegende Alan Shearer befand: „Für mich ist das ein Elfmeter.“
Tuchel reagiert und Kane entscheidet
Nach der Pause drückte England weiter. Rashford (52./53.) traf zunächst das Außennetz, dann wurde sein abgefälschter Schuss von Mpasi abgewehrt. Tuchel reagierte, brachte Bukayo Saka und Anthony Gordon für die Flügel. In der Trinkpause gestikulierte Tuchel ununterbrochen und redete emotional auf seine Spieler ein. Die englischen Fans wurden zunehmend unruhig, Buhrufe häuften sich nach Fehlpässen. In der Crunchtime war England dann aber da: Eine Flanke von Gordon köpfte Kane problemlos ins lange Eck (75.). Etwas mehr als zehn Minuten später verwandelte der Torjäger aus der Drehung überragend ins rechte obere Eck (86.) und ließ sein Team jubeln.
Ausblick auf das Achtelfinale
England trifft nun im Achtelfinale auf Co-Gastgeber Mexiko. Tuchel hatte vor dem Spiel betont, auf alle Szenarien vorbereitet zu sein – selbst auf ein Elfmeterschießen. Der Schwabe warnte eindringlich vor dem Gegner, der seine Ziele mit dem Weiterkommen bereits übererfüllt habe. Dadurch entstehe in der Mannschaft ein tiefer Glaube. Die DR Kongo verabschiedet sich nach einer starken WM, bei der sie erstmals seit 52 Jahren wieder dabei war.



