Die Nachfolge von Manuel Neuer: Ein Dreikampf um das DFB-Tor
Während sich Manuel Neuer auf sein Comeback beim FC Bayern vorbereitet, hat der Kapitän bereits eine wichtige Entscheidung für die deutsche Nationalmannschaft getroffen: Er wird für die anstehende Weltmeisterschaft im Sommer nicht zur Verfügung stehen. Eine Rückkehr unter Bundestrainer Julian Nagelsmann ist für den erfahrenen Torwart ausgeschlossen. Diese Entwicklung öffnet die Tür für einen spannenden Dreikampf um die Position der Nummer eins im DFB-Team.
Ter Stegens verpasste Chance und die neuen Anwärter
Eigentlich wäre Marc-André ter Stegen der natürliche Nachfolger von Manuel Neuer gewesen. Doch der 33-jährige Torhüter wurde von einer Serie schwerer Verletzungen heimgesucht. Aktuell fällt er wegen einer Oberschenkelverletzung aus, nachdem er vom FC Barcelona an den FC Girona verliehen wurde. Sein Traum, bei der WM als Stammtorhüter zu agieren, scheint damit geplatzt zu sein.
Bundestrainer Julian Nagelsmann bezeichnete ter Stegens Situation im "Kicker" als "extrem tragisch" und betonte: "Wenn man seine Historie bei der Nationalmannschaft sieht, wäre er jetzt dran gewesen." Allerdings müsse man nicht nur die aktuelle Ausfallzeit, sondern auch die geringe Spielpraxis der vergangenen Monate berücksichtigen.
Die drei Kandidaten im Detail
In dieser Situation rücken drei Torhüter in den Fokus, die um die Nachfolge von Manuel Neuer konkurrieren:
- Oliver Baumann: Der 35-jährige Routinier von der TSG Hoffenheim stand zuletzt in den Länderspielen im Tor und überzeugte nachhaltig. Nagelsmann lobte seine Leistungen in der WM-Qualifikation als "herausragend gut". Aktuell hat Baumann die besten Aussichten, bei der Weltmeisterschaft in der Stammelf zu stehen.
- Alexander Nübel: Der vom FC Bayern an den VfB Stuttgart verliehene Torwart steht in der Hierarchie derzeit hinter Baumann. Nach Informationen der AZ soll Nübel im Sommer erneut verliehen oder verkauft werden.
- Jonas Urbig: Der 22-jährige Bayern-Torhüter ist der große Überraschungskandidat. Urbig kam in dieser Saison mehrmals in der Champions League zum Einsatz und entwickelte sich im Schatten von Manuel Neuer prächtig weiter.
Urbigs besondere Stärken und Perspektiven
Jonas Urbig bringt einige besondere Qualitäten mit, die ihn zu einem interessanten Kandidaten für die Zukunft machen. Mit dem Ball am Fuß gilt er als der beste der drei Torhüter, und auch auf der Linie überzeugt er mit seinen schnellen Reflexen. Nagelsmann hob insbesondere seine mentale Stärke hervor: "Er hat für sein Alter eine extrem gute psychische Stabilität bewiesen. Er kam in vielen Spielen rein und hat sofort performt."
Ein weiterer Vorteil Urbigs ist seine Vertrautheit mit vielen Nationalspielern. Der DFB-Coach erklärte: "Er kennt viele aus der U-Nationalmannschaft, er kennt diesen großen Bayern-Block, was sehr viel Wert für uns bringt, weil sie einfach eine gute Verbindung zueinander haben." Nagelsmann bescheinigte dem jungen Torhüter "eine große Perspektive, wenn alles so weiter verläuft".
Die unmittelbaren Testspiele und die WM-Vorbereitung
In den bevorstehenden Testspielen am Freitag in Basel gegen die Schweiz und drei Tage später in Stuttgart gegen Ghana wird Oliver Baumann voraussichtlich im Tor stehen. Diese Einsätze dienen nicht nur der weiteren Formüberprüfung, sondern auch dem Einspielen mit der Defensive.
Die Entscheidung, wer letztendlich bei der Weltmeisterschaft das deutsche Tor hüten wird, bleibt spannend. Während Baumann aufgrund seiner Erfahrung und aktuellen Form favorisiert wird, könnte Jonas Urbig mit konstant starken Leistungen noch aufrücken. Alexander Nübel hingegen muss zunächst seine Zukunft im Verein klären, bevor er sich voll auf die Nationalmannschaft konzentrieren kann.
Parallel zu diesen Entwicklungen arbeitet Manuel Neuer an seinem Comeback beim FC Bayern. Nach einem kleinen Muskelfaserriss in der Wade peilt der Kapitän ein Return nach der Länderspielpause an, konkret am 4. April bei der Bundesliga-Partie in Freiburg. Sein Ziel ist klar: rechtzeitig fit zu werden für die Viertelfinalspiele der Champions League gegen Real Madrid am 7. und 15. April und den Anlauf auf sein drittes Triple nach 2013 und 2020.
Rund um seinen 40. Geburtstag am kommenden Freitag wird Neuer zudem bekanntgeben, ob er seine Karriere beim FC Bayern um ein weiteres Jahr verlängert oder beendet. Eine Rückkehr in die Nationalmannschaft steht jedoch nicht mehr zur Debatte – die Zukunft des DFB-Tors liegt nun in den Händen von Baumann, Nübel und Urbig.



