WM-Qualifikation: DFB-Frauen vor Härtetest in Norwegen auf Kunstrasen
DFB-Frauen vor Härtetest in Norwegen auf Kunstrasen

WM-Qualifikation: Klassiker auf Kunstrasen stellt DFB-Elf vor Herausforderung

Die deutschen Fußballerinnen stehen in Stavanger vor einem echten Härtetest. Offensivstarke Norwegerinnen, ein ungewohnter Kunstrasen und personelle Änderungen machen das WM-Qualifikationsspiel zu einer besonderen Herausforderung für die DFB-Auswahl.

Norwegen als größter Gegner in der Qualifikation

Für Bundestrainer Christian Wück ist Norwegen "der Gegner, der uns am meisten fordern wird". Die zweimaligen Europameisterinnen haben im Vergleich zu den anderen Gruppengegnern "die erfahrensten Spielerinnen und auch die qualitativ interessantesten Spielerinnen", betonte der Trainer. Die hohe Wertigkeit der Partie wird auch durch die Schiedsrichterbesetzung unterstrichen: Die fünfmalige Weltschiedsrichterin Stéphanie Frappart aus Frankreich wurde für das Spiel eingeteilt.

Historische Duelle und aktuelle Form

42 Mal duellierten sich beide Teams bereits, wobei die Deutschen die Hälfte der Spiele gewannen und Norwegen 14 Partien für sich entscheiden konnte. Viermal trafen die Mannschaften in EM-Finals aufeinander, viermal siegte Deutschland. Im einzigen WM-Finale 1995 hieß es jedoch 2:0 für Norwegen. Beide Teams starteten erfolgreich in die WM-Qualifikation: Die DFB-Elf besiegte Slowenien in Dresden mühelos mit 5:0, während Norwegen in Österreich mit 1:0 gewann.

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Gefährliches norwegisches Offensiv-Trio

In der Offensive wirbeln die Ex-Wolfsburgerin Caroline Graham Hansen vom FC Barcelona, Signe Gaupset von Tottenham Hotspur und Lyons Ada Hegerberg, Weltfußballerin von 2018. "Sehr gefährlich" seien alle drei, unterstrich Wück. Seine Elf müsse "vor allem auf das Umschaltverhalten der Norwegerinnen aufpassen". Jule Brand hob Hegerberg besonders hervor: "die immer gefährlich ist vor dem Tor".

Personelle Überlegungen beim DFB

Vizekapitänin Janina Minge dürfte ob der Offensivpower des Gegners wieder ins Abwehrzentrum neben Rebecca Knaak rücken. Im Sturm könnten Nicole Anyomi von Eintracht Frankfurt, Lea Schüller von Manchester United und Larissa Mühlhaus beginnen. Die Bremerin Mühlhaus hatte bei ihrem Debüt samt Tor gegen Slowenien direkt ihre Qualitäten nachgewiesen. Bundestrainer Wück kündigte an: "Es wird die eine oder andere Änderung geben", ohne jedoch konkrete Namen zu nennen.

Kunstrasen als zusätzlicher Faktor

Neben dem starken Gegner stellt auch der ungewohnte Kunstrasen die Spielerinnen vor besondere Herausforderungen. "Ich glaube, dass die Norwegerinnen von Beginn an einen kleinen Vorteil haben, weil sie diesen Kunstrasen besser kennen als wir", urteilte Wück. Torhüterin Ann-Katrin Berger ergänzte: "Ich bin jetzt nicht so der große Fan davon. Der Ball springt einfach ganz, ganz anders."

Die Offensivspielerinnen Jule Brand und Vivien Endemann sehen es etwas positiver: "Manchmal ist auch ein Kunstrasen vielleicht besser als ein Acker, auf dem man spielt. Ich glaube, wir können auf dem Kunstrasen dann gut zocken", meinte Endemann. Innenverteidigerin Rebecca Knaak berichtete von schmerzhaften Erfahrungen aus ihrer Zeit in Schweden: "Ich habe tatsächlich in Schweden relativ viel auf Kunstrasen gespielt damals. Da waren schon die einen oder anderen Schürfwunden den ganzen Sommer offen."

Vorbereitung auf den Klassiker

Für die DFB-Auswahl steckt im zweiten Spiel der WM-Qualifikation viel sportliche Brisanz. Die Spielerinnen müssen sich nicht nur auf die individuell starken norwegischen Offensivkräfte einstellen, sondern auch mit den Besonderheiten des Kunstrasens zurechtkommen. Ann-Katrin Berger brachte es auf den Punkt: "Ich muss ehrlich sagen, Kunstrasen tut auch weh für einen Torhüter."

Das Spiel am Samstag um 18:00 Uhr im Stadion von Stavanger wird im ZDF-Livestream übertragen und verspricht spannende Fußballminuten zwischen zwei traditionsreichen Frauenfußball-Nationen.

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