Im letzten Gruppenspiel der Fußball-WM hat sich die deutsche Nationalmannschaft gegen Ecuador ein 1:1 erkämpft, das jedoch nach einer frühen Führung durch Leroy Sané enttäuschte. Der Ausgleich durch Angulo in der 35. Minute brachte die Südamerikaner zurück ins Spiel, während die DFB-Elf nach dem Treffer zunehmend Schwierigkeiten hatte, ihre Linie zu halten.
Frühe Führung durch Sané – VAR-Bestätigung
Bereits in der zweiten Minute traf Leroy Sané nach einer Vorlage von Florian Wirtz zur frühen Führung für Deutschland. Der Treffer musste kurz vom VAR überprüft werden, wurde jedoch anerkannt. Sané, der in der Startelf stand, nutzte eine flache Hereingabe von Wirtz und schob den Ball aus kurzer Distanz ins Tor. Die frühe Führung sorgte zunächst für Erleichterung bei den deutschen Fans, die sich von einer dominanten Vorstellung erhofften.
Die deutsche Mannschaft spielte in dunkelblauen Trikots und hellblauen Hosen, während Ecuador in gelben Trikots und dunkelblauen Hosen auflief. Bei knapp 30 Grad Celsius in New Jersey wechselten sich Sonne und Wolken ab, was die Bedingungen für beide Teams anspruchsvoll machte.
Ausgleich durch Angulo – Ecuador findet zurück
In der 35. Minute gelang Ecuador der Ausgleich. Nach einem Ballverlust von Nmecha vor dem Strafraum stand Angulo halblinks völlig frei und traf wunderschön unten rechts ins Eck. Es war das erste Tor Ecuadors bei diesem Turnier. Der Treffer brachte die ecuadorianischen Fans im Stadion zum Toben, während die deutschen Anhänger fassungslos reagierten. Helena Wittlich, US-Korrespondentin des Tagesspiegels, berichtete von einer Überzahl ecuadorianischer Fans im Stadion, die nach dem Ausgleich lautstark „Wir können es schaffen“ skandierten.
Nach dem Ausgleich tat sich die DFB-Elf zunehmend schwer. Ecuador zeigte sich zweikampfstark und drängte auf das zweite Tor. Julian Nagelsmann, Bundestrainer der deutschen Mannschaft, musste seine Spieler in einer Trinkpause wachrütteln. „Deutschland schwimmt ein bisschen“, kommentierte Beobachter Jörg Leopold. „Die DFB-Elf muss aufpassen, sich hier nicht den Schneid abkaufen zu lassen. Da fehlt es gerade so ein bisschen an Intensität.“
Nagelsmann rechtfertigt Aufstellung – Rüdiger und Raum starten
Julian Nagelsmann hatte vor dem Spiel erklärt, warum er trotz des bereits feststehenden Gruppensiegs nur zwei Wechsel in der Startelf vornahm. „Wir haben einen Gegner vor der Brust, bei dem es tabellarisch noch um alles geht. Ich glaube, das ist gut für uns, dass sie mitspielen wollen, weil wir dann vielleicht den einen oder anderen Raum mehr kriegen“, sagte Nagelsmann bei Magenta. Er betonte, dass es auch darum gehe, sich an die Temperaturen zu gewöhnen und den Respekt nach innen zu wahren. Die Veränderungen seien notgedrungen durch Verletzungen erfolgt.
Antonio Rüdiger ersetzte Nico Schlotterbeck in der Innenverteidigung, und David Raum begann für Robin Brown. Eine große Rotation blieb aus, obwohl das Spiel für Deutschland tabellarisch bedeutungslos war. Ecuador hingegen benötigte einen Sieg, um realistische Chancen auf das Weiterkommen als einer der besten Gruppendritten zu wahren.
Schiedsrichterin Penso im Fokus – Gute Leistung trotz kleiner Panne
Die US-Amerikanerin Tori Penso leitete die Partie als einzige Frau bei diesem Turnier. Sie agierte weitgehend unauffällig, was als Zeichen einer guten Spielleitung gewertet wurde. Eine kleine Panne ereignete sich, als sie nach einem Pass von Pavlovic im Weg stand und den Ball blockte, die Unterbrechung jedoch folgenlos blieb. Penso wird bereits als Vorbild gefeiert: „Wir schreiben die Geschichtsbücher, die unsere Töchter lesen werden“, hieß es in einem Bericht des Tagesspiegels.
Stimmung bei Fans geteilt – Ecuador hofft, Deutschland enttäuscht
Die Stimmung im Stadion war geteilt. Während die ecuadorianischen Fans nach dem Ausgleich ausgelassen feierten und sich Hoffnungen aufs Weiterkommen machten, waren die deutschen Anhänger enttäuscht. Helena Wittlich beobachtete viele fassungslose Gesichter im deutschen Block. „Selbst die motivierenden Klänge der Marching Band helfen offenbar nicht“, berichtete sie. Die Ecuadorianer hingegen tanzten und sangen: „Auf geht’s, wir sind Ecuadorianer“ und „Heute müssen wir gewinnen“.
Im Parallelspiel führte die Elfenbeinküste gegen Curacao 1:0 und näherte sich damit Platz zwei in der Gruppe. Für Deutschland hatte dies keine Bedeutung, da die DFB-Elf bereits als Gruppensieger feststand. Ecuador hingegen war auf einen Sieg angewiesen, um noch eine realistische Chance auf die K.o.-Runde zu haben.
Ausblick: DFB-Elf muss sich steigern
Die deutsche Mannschaft zeigte nach dem Ausgleich Schwächen und kam kaum zu zwingenden Torchancen. Ein Kopfball von Havertz war zu unplatziert, und der Ball landete sicher in den Armen von Ecuadors Torhüter Galindez. Die Zweikampfstärke der Südamerikaner machte der DFB-Elf zu schaffen. „Ecuador ist obenauf, vor allem in den Zweikämpfen“, hieß es im Liveblog. Die deutsche Mannschaft muss sich im Achtelfinale deutlich steigern, um eine ähnliche Überraschung zu vermeiden.



