Dortmunds Führungswechsel: Warum Hummels (noch) kein Thema beim BVB ist
Liebe Fußball-Fans, am 15. Dezember habe ich in dieser Kolumne geschrieben, dass der BVB in dieser Saison noch die Bosse-Frage stellen muss. Seit gestern gibt es Klarheit: Sportdirektor Sebastian Kehl (46) ist sofort weg. Sport-Geschäftsführer Lars Ricken (49) ist jetzt in der Pflicht, eine bessere Lösung für den Klub zu finden als bisher.
Die Trennung ist konsequent und richtig. Wenn beide Seiten nicht voneinander überzeugt sind und sich hinter den Kulissen eher schwächen als stärken, kann man keinen langfristigen Erfolg haben. Kehl kann den BVB kerzengerade verlassen. Die spannendste Frage ist, wer auf ihn folgt.
Hummels als möglicher Kandidat?
Von außen haben viele BVB-Fans auch an Mats Hummels (37) gedacht. Nicht als Transfer-Chef, aber als Leiter der Lizenzspieler-Abteilung, also Bindeglied zwischen Spielern und Bossen, könnte der Weltmeister als starkes BVB-Gesicht sofort hilfreich sein.
Die innere Wahrheit sieht aber anders aus: Ricken will dem neuen Sportdirektor Raum und Macht geben, sich richtig zu entfalten. Der meinungsstarke Hummels würde sofort eine Riesenpräsenz einnehmen – und sein Verhältnis zu Trainer Niko Kovač (54) war zu Bayern-Zeiten gelinde gesagt verbesserungswürdig.
Also (noch) kein Hummels, zumal er seinen Job als TV-Experte und die Freiheit nach der Karriere gerade sehr genießt. Und stattdessen? Das müssen Ricken und Geschäftsführer Carsten Cramer (57), die beide neue Verträge über 2027 hinaus erhalten, jetzt entscheiden – und liefern.
Watzkes andere Führungsphilosophie
Neu-Präsident Aki Watzke (66) hat sich schon bei der Kehl-Trennung herausgehalten. Wie Uli Hoeneß (74) beim FC Bayern bei den wichtigsten Entscheidungen mitzumischen, macht der „BVB-Kanzler“ bewusst nicht, um seine Nachfolger nicht sofort zu schwächen.
Solange sie den Klub erfolgreich in die Zukunft führen, bleibt das auch so. Allerdings: Nur dann. Sonst wird die Bosse-Frage zu Ricken doch noch gestellt. Diese zurückhaltende Führungsstrategie unterscheidet Dortmund deutlich vom Münchner Modell und gibt den neuen Verantwortlichen die Chance, eigene Akzente zu setzen.
Die kommenden Wochen werden zeigen, ob dieser Ansatz aufgeht und wer tatsächlich die Nachfolge von Sebastian Kehl antreten wird. Die Entscheidung von Lars Ricken und Carsten Cramer wird den Kurs des BVB für die nächsten Jahre maßgeblich prägen.



