Borussia Dortmund plant die Nachfolge für Julian Brandt
Borussia Dortmund steht vor einer wichtigen sportlichen Weichenstellung. Mit dem bevorstehenden Abgang von Julian Brandt im Sommer muss der Bundesligist dringend eine Lösung für die kreative Zehner-Position finden. Interessanterweise könnte die Antwort bereits im eigenen Kader oder in einem bereits verpflichteten Talent liegen.
Ein junges Talent aus Ecuador im Visier
Im SPORT1-Podcast „Die Dortmund-Woche“ diskutierten die Experten Oliver Müller und Manfred Sedlbauer intensiv über die Nachfolgefrage. Sedlbauer brachte dabei den Namen Justin Lerma ins Spiel. Der erst 17-jährige Offensivspieler von Independiente del Valle wechselt nach Vollendung seines 18. Lebensjahres am 5. Mai offiziell zum BVB. Der Verein hatte den Transfer bereits vor knapp zwei Jahren eingetütet und zahlte eine Ablösesumme von rund vier Millionen Euro.
„Die Dortmunder haben ihn immer wieder vor Ort in Ecuador besucht, um eine persönliche Beziehung aufzubauen“, berichtete Sedlbauer über die intensiven Bemühungen des Clubs. Lerma, der bereits mit 15 Jahren sein Debüt in der ecuadorianischen ersten Liga feierte, gilt als technisch versiert, beidfüßig und abschlussstark.
Skepsis und Realismus bei den Experten
Doch kann ein so junger Spieler wirklich die Lücke schließen, die der erfahrene Julian Brandt hinterlässt? BVB-Reporter Oliver Müller äußerte deutliche Bedenken: „Ihn als Stammkraft für die kommende Spielzeit einzuplanen, wäre vermessen. Für die Bundesliga reicht Talent allein nicht aus. Du brauchst Erfahrung und Robustheit.“
Beide Podcaster waren sich einig, dass Lerma allein die Aufgabe nicht sofort übernehmen könne. Sedlbauer sieht ihn eher als perfekten Backup-Spieler, der langsam an die Anforderungen der Bundesliga herangeführt werden müsse. Müller verwies zudem auf die finanziellen Realitäten: Ein gestandener zentraler Offensivspieler wäre für den BVB aktuell nur „schwer bezahlbar“.
Weitere interne Optionen im Fokus
Neben Lerma diskutierten die Experten auch über andere Spieler im Dortmunder Kader. Carney Chukwuemeka, der in dieser Spielzeit noch hinter den Erwartungen zurückbleibt, wurde als weiterer Kandidat genannt. „Ich hoffe, dass er den nächsten Schritt machen kann. Er ist eigentlich prädestiniert für diese Zehner-Position“, so Müller über den Engländer.
Auch Samuele Inacio trauten beide Podcaster auf Sicht zu, diese Schlüsselposition einnehmen zu können. Sedlbauer betonte die Bedeutung der Position: „Die Zehn ist eine Schlüsselposition. Die Kreativität war und ist schon in dieser Spielzeit häufig ein Problem.“
Langfristige Planung trotz kurzfristiger Herausforderungen
Fakt ist: Borussia Dortmund hat mit der Verpflichtung von Justin Lerma bereits vorgebaut. Die Verantwortlichen um Sport-Geschäftsführer Lars Ricken, Sportdirektor Sebastian Kehl und Trainer Niko Kovac werden den Transfermarkt dennoch genau beobachten müssen. Die Suche nach einem adäquaten Nachfolger für Julian Brandt bleibt eine der dringendsten Aufgaben im Sommer.
Die Dortmunder versuchen, einen schwierigen Spagat zu meistern: Einerseits die unmittelbare sportliche Leistungsfähigkeit zu erhalten, andererseits junge Talente wie Lerma behutsam zu entwickeln. Wie dieser Balanceakt gelingen kann, wird eine der spannendsten Fragen der kommenden Transferperiode sein.



