BVB-Frust trotz Sieg: Dortmund kämpft gegen Gleichgültigkeit im letzten Saisondrittel
Bei Borussia Dortmund herrscht trotz eines 2:1-Auswärtssieges beim 1. FC Köln tiefe Unzufriedenheit. Der Erfolg war ein Zittersieg gegen einen zehnspielenden Abstiegskandidaten und offenbarte die fehlende Spannung im Team. Mit elf Punkten Rückstand auf Spitzenreiter Bayern München und acht Zählern Vorsprung auf Rang fünf droht das letzte Saisondrittel zäh zu werden.
Kabinen-Standpauke nach enttäuschender Leistung
Trainer Niko Kovac und Sportdirektor Sebastian Kehl falteten die Mannschaft nach dem Spiel in der Kabine zusammen. „Wir haben sehr intensiv diskutiert mit der Mannschaft“, berichtete Kehl. Kovac, der sonst seine Spieler öffentlich schützt, zeigte sich deutlich verärgert: „Wir werden das sicherlich aufarbeiten müssen. Das kann nicht unser Anspruch sein.“
Gegen den in Unterzahl spielenden FC Köln hätte der BVB eine 2:0-Führung beinahe verspielt. Ein umstrittenes Handspiel von Yan Couto in der Nachspielzeit, das weder Schiedsrichter Daniel Siebert noch der Videoschiedsrichter ahndeten, sorgte für zusätzliche Kontroversen.
Finanzielle Sorgen und sportliche Herausforderungen
Die angespannte Situation wird durch finanzielle Probleme verschärft. Das Scheitern in der Champions League und im DFB-Pokal führt zu einem erwarteten Fehlbetrag von bis zu 22 Millionen Euro im laufenden Geschäftsjahr. Die Nicht-Qualifikation für die Champions League wäre eine Katastrophe für den börsennotierten Verein.
Sportchef Lars Ricken kündigte eine „ausführliche und intensive Analyse“ nach Saisonende an. Diese Ankündigung weckt Erinnerungen an das überraschende Aus von Trainer Marco Rose 2022, trotz Platz zwei in der Liga.
Kaderumbau und personelle Veränderungen
Der Kader wird bereits umgestaltet. Julian Brandt, seit sieben Jahren beim BVB, erhält keinen neuen Vertrag. „Das kann eine Chance sein für beide“, kommentierte Kehl diese Entscheidung.
Die größte Herausforderung bleibt jedoch der Kampf gegen die Gleichgültigkeit in den letzten neun Saisonspielen. „Das ist die Hauptaufgabe auch aller Verantwortlichen, genau das nicht zuzulassen“, gestand Kehl unter dem Eindruck des enttäuschenden Sieges in Köln.



