DFB-Generalsekretär Blask sieht Klubs in der Pflicht für Grundlagenvertrag
Nach dem Scheitern der geplanten gemeinsamen Tochtergesellschaft zwischen dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) und dem Ligaverband der Frauen-Bundesliga (FBL) hat DFB-Generalsekretär Holger Blask die Vereine der Frauen-Bundesliga zum Handeln aufgefordert. In einem Interview mit dem kicker betonte Blask, dass nun „der Ball“ bei den Klubs liege, um die künftige Zusammenarbeit zu regeln.
Zweigleisige Verbandsstruktur als Ziel
Beide Seiten müssen sich nun auf die Eckpunkte einer zweigleisigen Verbandsstruktur einigen, die dem Modell im Männerbereich entspricht. Blask erklärte dazu: „Wichtig ist zunächst ein Vertrag über die Überlassung der Liga, also ein Grundlagenvertrag, wie es ihn bei den Männern mit der DFL gibt.“ Dieser Vertrag würde die rechtlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen für die Zusammenarbeit zwischen DFB und FBL festlegen.
Im Männerfußball regelt ein solcher Grundlagenvertrag seit 25 Jahren die Kooperation zwischen dem DFB und der Deutschen Fußball Liga (DFL). Die Einführung eines ähnlichen Vertragswerks für die Frauen-Bundesliga gilt als entscheidender Schritt, um die Professionalisierung der Liga voranzutreiben und international wettbewerbsfähig zu bleiben.
Gescheiterte Joint-Venture-Pläne
Ursprünglich hatten DFB und FBL die Gründung eines Joint Ventures geplant, um die Professionalisierung der Bundesliga zu beschleunigen. Dieses Vorhaben scheiterte jedoch am Streit über Entscheidungsbefugnisse, woraufhin die FBL ihre Zustimmung verweigerte. Die gescheiterte Kooperation unterstreicht die Dringlichkeit einer klaren vertraglichen Grundlage.
In der Frauen-Bundesliga gibt es bereits Stimmen, die einen Anschluss der erst im Dezember 2025 gegründeten FBL an die DFL als Zukunftsmodell favorisieren. Diese Diskussionen zeigen, wie wichtig eine stabile und verbindliche Zusammenarbeit zwischen den Verbänden ist, um die Entwicklung des Frauenfußballs in Deutschland nachhaltig zu gestalten.
Blask betonte, dass ohne einen solchen Grundlagenvertrag die weitere Professionalisierung der Liga gefährdet sei. Die Klubs der Frauen-Bundesliga stehen nun vor der Aufgabe, konstruktive Vorschläge für die vertragliche Ausgestaltung zu machen, um die Zukunft der Liga zu sichern.



