Bayern-Boss warnt vor Champions-League-Startplatz-Verlust durch Uefa-Prämien-Umverteilung
Bayern warnt vor CL-Startplatz-Verlust durch Prämien-Umverteilung

Bayern-Boss warnt vor Champions-League-Startplatz-Verlust durch Uefa-Prämien-Umverteilung

Der Einzug ins Champions-League-Viertelfinale gegen Real Madrid hat dem FC Bayern München bereits rund 68,5 Millionen Euro an Uefa-Prämien eingebracht. Doch hinter den Kulissen tobt ein erbitterter Streit über die Verteilung der europäischen Gelder, der die Bundesliga zu spalten droht.

Die Forderung nach Abschaffung der 50+1-Regel

Bayern-Patron Uli Hoeneß (74) und Präsident Herbert Hainer (71) fordern die Abschaffung der 50+1-Regel. Sie argumentieren, dass diese Regelung verhindere, dass externe Investoren mit Millionenbeträgen für mehr Wettbewerb und Spannung in der Liga sorgen könnten. „Die Regel verhindert notwendige Investitionen“, so die Bayern-Verantwortlichen.

DFL-Vize Leki fordert Umverteilung der Uefa-Prämien

DFL-Vizepräsident Oliver Leki (53) vom SC Freiburg hält die Forderung nach Abschaffung von 50+1 für eine „Fehleinschätzung“. Seiner Meinung nach würden von einer Lockerung nur die Topklubs profitieren. Stattdessen schlägt Leki vor: „Die astronomischen Summen, die aus der Champions-League-Vermarktung von der Uefa eingenommen werden, müssen ausgewogener an die Europa League und Conference League verteilt werden.“

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Die Dimensionen sind gewaltig: Die Uefa schüttet in dieser Saison 2,5 Milliarden Euro an die Champions League aus – weit mehr als an die Europa League (565 Millionen) und Conference League (285 Millionen) zusammen.

Bayerns deutliche Warnung vor den Folgen

Bayern-CEO und EFC-Vorstandsmitglied Jan-Christian Dreesen (58) reagiert scharf auf Lekis Vorschlag: „Es ist eine Illusion zu glauben, dass eine Umverteilung der Champions-League-Erlöse für mehr Spannung im nationalen Titelkampf sorgen soll.“

Dreesen führt mehrere Argumente ins Feld:

  • Ein solcher Vorschlag widerspreche dem Leistungsgedanken im Profisport
  • Topklubs aus England oder Spanien mit sehr hohen TV-Einnahmen könnten Einschnitte leichter verkraften
  • Der relative Anteil der Einnahmen aus der Königsklasse sei bei deutschen Vereinen viel höher
  • Bereits heute finde eine Querfinanzierung der anderen Wettbewerbe statt
  • Die Solidaritätszahlungen hätten sich auf über 300 Millionen Euro mehr als verdoppelt

Sein Fazit ist deutlich: „Langfristig riskiert man mit einem solchen Vorgehen die Schwächung der deutschen Champions-League-Teilnehmer, was zu wertvollen Punktverlusten für Deutschland im Uefa-Länderkoeffizienten führen könnte – und damit im Zweifel auch Champions-League-Startplätze.“

Unterstützung für Bayern-Position

Carsten Cramer (57), Geschäftsführer des BVB, unterstützt die Bayern-Position sowohl bei 50+1 („Absolut schützenswert“) als auch bei der Verteilung der Uefa-Prämien. „Die Champions League ist das Nonplusultra, auf sie ist das Hauptinteresse der globalen TV-Sender und Fans gerichtet. Leistung muss belohnt werden.“

Cramer fordert stattdessen: „Bevor immer nur mehr Geld aus zentralen Töpfen gefordert wird, sollte jeder Verein alles tun, um nicht nur die eigenen Erlöse zu steigern. Sondern auch die der Bundesliga.“ Sein Ziel: Statt der aktuell deutlich unter 200 Millionen Euro aus der TV-Auslandsvermarktung sollten künftig 400 Millionen Euro pro Saison in den zentralen Topf fließen.

Johann Plenge (40), Geschäftsführer von RB Leipzig, ergänzt: „Übergeordnetes Ziel aller DFL-Klubs sollte sein, möglichst viele Erfolge in der Champions League zu erreichen und damit mehr Einnahmen zu generieren. Eine Debatte darüber, wie wir mehr Erlöse generieren, anstatt bestehende umzuverteilen, wäre eher im Sinne der Liga.“

Gegenposition: Leverkusen, Frankfurt und Mainz unterstützen Leki

Auf der anderen Seite findet Leki Unterstützer bei Leverkusen-Geschäftsführer Fernando Carro (61), Frankfurt-Vorstand Axel Hellmann (54) und Mainz-Boss Christian Heidel (62).

Carro, selbst EFC-Vorstandsmitglied, sagt: „Ich habe immer für eine Umverteilung der Champions-League-Prämien gekämpft, der Abstand zu den anderen beiden Wettbewerben ist zu groß.“ Allerdings räumt er ein, bisher nicht genügend Unterstützung gefunden zu haben.

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Heidel argumentiert: „Warum stehen denn immer dieselben Vereine ganz oben? Wer nur einmal in der Champions League spielt, bekommt durch die TV-Gelder schon einen riesigen Vorsprung. Deswegen plädiere auch ich dafür, dass die Klubs in der Champions League ein bisschen weniger Geld bekommen sollten, dafür die in der Europa und Conference League etwas mehr.“

Hellmann, Sonderbeauftragter von EFC-Boss Nasser Al-Khelaifi, geht noch weiter: „Der dauerhafte Sprung für Vereine, die wie Frankfurt regelmäßig an der Europa League und Conference League teilnehmen, in die Champions League ist nahezu unmöglich. Wir müssen die Schere ein Stück weit zusammenführen.“

Sein radikaler Vorschlag: „In Kombination mit einem Salary Cap der Uefa wäre das ein machbarer und guter Weg, dann gäbe es bei den Champions-League-Klubs aus den Top-5-Ligen auch nicht mehr diesen großen Finanzbedarf.“

Ein Konflikt mit weitreichenden Folgen

Der Streit um die Uefa-Prämienverteilung und die 50+1-Regel zeigt tiefe Gräben in der Bundesliga auf. Während Bayern und andere Topklubs eine Schwächung ihrer internationalen Wettbewerbsfähigkeit fürchten, warnen Vertreter mittelständischer Vereine vor einer zunehmenden finanziellen Schere. Die Entscheidungen, die jetzt getroffen werden, könnten die Zukunft der Bundesliga und ihre Position im europäischen Fußball nachhaltig prägen.