Gedämpfte Meisterfreude beim FC Bayern: Triple-Mission bleibt im Fokus
Die Spielerlounge der Allianz Arena war am Sonntagabend Schauplatz einer besonderen Feier, doch die Stimmung blieb verhalten. Die Stars des FC Bayern München hatten den vorzeitigen Gewinn ihrer 35. deutschen Meisterschaft zu begehen, doch die Gedanken waren bereits auf die kommenden Herausforderungen gerichtet. Mit einem dominanten 4:2-Heimsieg gegen den VfB Stuttgart sicherten sich die Münchner bereits vier Spieltage vor Saisonende den Titel.
Champagner mit angezogener Handbremse
Vorstandschef Jan-Christian Dreesen zeigte sich nach dem Spiel erfreut, aber besonnen. „Wir haben den wichtigsten Titel gewonnen, aber es ist more to come. Und wir haben jetzt am Mittwoch ein ganz wichtiges Spiel“, betonte er. Der Boss gestand, sich mit seiner Frau lediglich ein Gläschen Champagner gönnen zu wollen – alles in gedämpfter Form. Die Spieler dürften zwar ein wenig feiern, doch die anstehenden Aufgaben erlauben keine ausufernden Feierlichkeiten.
Trainer Vincent Kompany ließ auf dem Rasen noch die pure Freude über seinen zweiten Meistertitel mit den Bayern heraus. „Jeder Titel ist der erste“, erklärte der Belgier nach seinem 50. Bundesligasieg im erst 64. Spiel. „Es kostet viel Arbeit, aber dann muss man auch genießen.“ Die Mannschaft folgte diesem Rat auf ihre Weise.
Kakadu-Kultfigur und weiße T-Shirts
Ein besonderes Accessoire begleitete die Feier: ein Kakadu, der zusammen mit der Meisterschale auf den weißen T-Shirts von Leon Goretzka und seinen Teamkollegen prangte. Die Porzellanfigur hat sich seit dem Meisterschaftsgewinn im Vorjahr zu einem unverzichtbaren Party-Symbol entwickelt. „Der hat schon die letztjährigen Feierlichkeiten dominiert. Der hat jetzt lange warten müssen, bis wir ihn wieder rausgelassen haben aus seinem Käfig“, erklärte Goretzka die kuriosen Kultfigur, die bereits 2025 in einem Nobelrestaurant für Aufsehen gesorgt hatte.
Schmerzliche Abwesenheit: Serge Gnabry verletzt
Doch die gedämpfte Feierstimmung wurde durch eine schmerzliche Nachricht getrübt. Nationalspieler Serge Gnabry, der in dieser Saison herausragende Leistungen gezeigt hatte, zog sich im Abschlusstraining für das Stuttgart-Spiel eine schwere Adduktorenverletzung zu. Für den 30-Jährigen dürfte die Saison damit vorzeitig beendet sein, sogar seine WM-Teilnahme im Sommer steht auf der Kippe.
Teamkollege Joshua Kimmich zeigte sich tief betroffen. „Er fehlt uns extrem in der Kabine und auf dem Feld“, sagte der Mittelfeldspieler geknickt. „Es ist echt ein sehr großer Verlust als Fußballer und als Mensch. Es wird uns extrem weh tun, aber ich hoffe, wir kriegen das irgendwie aufgefangen.“
Triple-Mission bleibt das große Ziel
Die Bayern sehen die Meisterschaft lediglich als ersten Teil ihrer ambitionierten Triple-Mission. Am Mittwoch steht das DFB-Pokal-Halbfinale bei Bayer Leverkusen an, ab Ende April folgen die beiden Champions-League-Duelle gegen Paris Saint-Germain. Zwei weitere Titel wollen die Münchner in dieser Saison noch erringen.
Die gedämpfte Feier in der Allianz Arena spiegelt somit die Doppelnatur des Moments wider: Freude über den errungenen Titel, aber auch konzentrierter Fokus auf die noch ausstehenden Herausforderungen. Die Bayern-Party fand mit angezogener Handbremse statt, doch die Triple-Jäger wissen, dass die eigentliche Arbeit erst noch bevorsteht.



