FC Bayern Frauen bezwingen Manchester United und blicken zuversichtlich ins Halbfinale
Der FC Bayern München hat im Frauenfußball ein kniffliges Viertelfinale der Champions League überstanden und fühlt sich nun gewappnet für das Kräftemessen mit Europas Elite. Ein entscheidender Faktor war dabei Linda Dallmann, die eine kleine persönliche Wiederauferstehung feiert und mit ihrem späten Treffer den Sieg sicherte.
Dallmann warnt vor Angsthasen-Halbzeiten
Linda Dallmann sprach nach dem 2:1-Sieg im Rückspiel gegen Manchester United schmunzelnd von den „Kötteln“ in den Hosen der Münchner Fußballerinnen, wurde dann aber ernst. Die Matchwinnerin mahnte: „Noch so eine Angsthasen-Halbzeit, und der große Titeltraum wäre ganz schnell ausgeträumt.“ Auch Bianca Rech, die Klubdirektorin, betonte nach dem ersten Einzug unter die Top 4 seit fünf Jahren: „Das darf uns im Halbfinale nicht passieren. Wir müssen von der ersten Sekunde an da sein.“
Dennoch sprach Rech offen vom großen Wurf und sagte mit leuchtenden Augen: „Träumen darf man, und man darf auch den Glauben daran haben, dass wir Barcelona ärgern können.“ Der Topfavorit Barcelona gilt nach einem 6:2-Vorsprung gegen Real Madrid als wahrscheinlicher Halbfinalgegner. Ein gutes halbes Jahr nach einer 1:7-Niederlage in der Ligaphase fühlen sich die Bayern bereit für die Revanche.
Dallmanns Entwicklung und Vertragsverlängerung
Seit jener „größten Lehrstunde“ gegen Barcelona, so Dallmann, habe sich die Mannschaft extrem weiterentwickelt. Dies gilt auch für die 31-Jährige selbst. Unter Ex-Trainer Alexander Straus fand sie sich oft auf der Ersatzbank wieder und dachte sogar über einen Wechsel zu Benfica Lissabon nach. Unter Trainer José Barcala hat sich das Bild gewandelt: Dallmann gehört wieder zum Stammpersonal und verlängerte kürzlich ihren Vertrag bis 2027.
Rech schwärmte nicht nur von Dallmann, die nach dem Spiel mit einem Megafon zu den Fans ging, sondern von der gesamten Mannschaft. Sie lobte die Qualität und Überzeugung der Spielerinnen, den „Zug zum Tor“ und Anführerinnen wie Pernille Harder oder Momoko Tanikawa. Rech ist überzeugt: „An jenem Oktober-Abend bei Barcelona waren wir sicherlich noch nicht auf dem Niveau unterwegs wie wir es jetzt sind.“ Die Rückkehr von Spielerinnen wie Klara Bühl, Katharina Naschenweng und Jovana Damjanovic bis zum Halbfinale verbessert die Chancen zusätzlich.
Teamgeist und Trainervertrauen als Erfolgsfaktoren
Kapitänin Glodis Viggosdottir, die den Ausgleich erzielte, betonte: „Diese Bayern haben so viel Herz, so viel Talent.“ Dallmann bekräftigte das Vertrauen in Trainer Barcala: „Jose glaubt an uns, und diesen Glauben hat er uns in der Pause eingeimpft.“ Barcala selbst sagte: „Danach haben wir die beste Version meiner Mannschaft gesehen.“
Rech würdigte Barcalas große Rolle auf dem Weg zur europäischen Spitze und sprach von einem „kleinen Ausrufezeichen für den deutschen Fußball“ und einem „großartigen Schritt für den Verein“. Für den großen Coup braucht es jedoch eine weitere Steigerung. Barcala glaubt fest daran: „Diese Mannschaft kennt keine Grenze. Mit ihrer Einstellung gibt es keine Decke. Die Entwicklung ist unaufhaltsam.“ In München ist das Träumen jetzt offiziell erlaubt.



