Rasmus, der Gott des Windes, hatte mit den 696 Teilnehmern des 43. Warnemünder Küstenwaldlaufs kein Einsehen. Aus der sonst frischen Meeresbrise im April wurde eine richtig steife Brise mit Windstärke sechs, auf Höhe der Schleuse am Neptun-Hotel sogar acht. Dies erforderte auf dem Weg vom Leuchtturm in Richtung Stoltera zusätzlichen Kraftaufwand.
Unter diesen Bedingungen konnten die Rekorde aus dem Jahr 2013 von Sandra Eltschkner (36:04 Minuten) und Nikita Rode (2025/31:31) nicht gebrochen werden. Selbst Werner Weber, der die führenden Läufer auf dem Rad begleitete, bemerkte: Im Windkanal am Neptun musste ich zwei Gänge höher schalten, um das Tempo von Finley Wegner mitzugehen.
Finley Wegner triumphiert in spannendem Duell
Der U20-Läufer des SV Turbine Neubrandenburg lieferte sich über das Hauptrennen über zehn Kilometer ein langes Duell mit Paul Hilgenstock aus Rostock. Etwa 4000 Meter vor dem Ziel konnte ich mich lösen und den Abstand nach und nach vergrößern, freute sich der Vier-Tore-Städter über seinen ersten Cup-Erfolg in 34:36 Minuten und die maritime Siegertrophäe. Bei den Frauen setzte sich Pia Wendhausen (40:56 Minuten) vom 1. LAV Rostock durch.
Zweiter Paul Hilgenstock glücklich trotz Rückstands
Auch der mit 35 Sekunden Rückstand ins Ziel kommende Hilgenstock (AK30) zeigte sich zufrieden: Eigentlich bin ich im Triathlon zu Hause. Das hat trotz des Windes richtig Spaß gemacht. Bei den Dreikämpfern werde ich das FIKO-Team aber nicht unterstützen können, zumal ich gerade Vater eines Mädchens geworden bin. Da warten andere Aufgaben.
Zwei Damen haben internationale Aufgaben vor sich: Sabine Engelmann vom 1. LAV und Katja Knospe von Turbine Neubrandenburg. Engelmann (Siegerin der W65) startet vom 1. bis 3. Mai in Catania auf Sizilien bei den Europameisterschaften der Masters: Warnemünde war mit zufriedenem Ausgang ein letzter EM-Test.
Die 60-jährige Knospe wird in der dritten August-Dekade ihren Saisonhöhepunkt haben: Bis dahin ist alles auf die Masters-WM ausgerichtet. Dort werde ich auch im Hindernis-Lauf starten. Der starke Warnemünder Wind war für sie kein Hindernis, in 46:42 Minuten ihre Altersklasse zu gewinnen. Der Leistungsgedanke kam aber durch: Oh, da war ich rund zwei Minuten langsamer als zum Laufcup-Auftakt in Wittenburg.
Rostocks Oberbürgermeisterin Eva-Maria Kröger, Schirmherrin des 43. Warnemünder Küstenwaldlaufs, schickte die Teilnehmer mit dem traditionellen Läuten der Glocke auf die Strecke: Warnemünde ist mit Teilnehmern aus zwölf Bundesländern und dem Ausland seinem Ruf als sehr gut organisierte Veranstaltung wieder gerecht geworden. Großen Dank an die vielen Ehrenamtler unter Dr. Günter Metelmann.



