Als Europas Rekord-Eishockeyklub mit durchschnittlich 18.100 Zuschauern pro Spiel jetzt vor Tausenden Fans seine Saisonabschiedsparty feierte, musste Moritz Müller (39) Überstunden beim Autogrammschreiben machen. Logisch, der Verteidiger ist das Gesicht der Kölner Haie. Und die Fans des deutschen Ex-Meisters wissen nicht, ob sie ihren „Mo“ nächste Saison wiedersehen werden. Es ist ein Zukunfts-Krimi um die deutsche Eishockey-Legende!
Weitermachen oder in Eis-Rente gehen?
Die Entscheidung ist noch nicht gefallen. Die Kölner Fans warteten bei der Feier vergeblich auf eine Andeutung. KEC-Boss Philipp Walter (51) sagt jetzt zu BILD: „Wir stehen im engen Austausch. Es besteht kein Grund zur Hektik, wir kennen uns ja lange genug. In den nächsten Tagen werden wir mit Mo darüber sprechen.“
Seit 23 Jahren spielt Müller bei den Haien als Profi. Das Halbfinal-Aus in Spiel sechs gegen die Eisbären war sein 1.183 Einsatz im KEC-Trikot. Platz zwei im Rekord-Ranking der Kölner. Vielleicht treibt ihn das ja an weiterzumachen? Mirko Lüdemann (1.197 Spiele) liegt noch knapp vor ihm. Und dann ist da ja noch der unerfüllte Meisterwunsch. Im vergangenen Jahr verlor der Verteidiger das sechste Finale seiner Karriere. Die Niederlagen mit den Kölner Haien um den DEL-Titel 2008, 2013, 2025 (jeweils gegen die Eisbären), 2014 (gegen Ingolstadt). Mit Deutschland gab es bei Olympia 2018 und bei der WM 2023 „nur“ Silber.
Mit 40 Jahren könnte sich der Traum von Müller dann ja 2027 endlich erfüllen. Wenn er denn noch ein Jahr bleibt. Hauptrundenmeister Köln hat sich in den vergangenen Jahren jedenfalls in der DEL-Spitze etabliert. Die Frage ist: Was kann Müller, der in der kompletten Saison auf drei Tore und elf Vorlagen kam, der Mannschaft im Spätherbst seiner Karriere noch geben? Schwer vorstellbar, dass der Olympia-Held – holte 2018 mit Deutschland sensationell Silber in Pyeongchang gegen Russland – als Maskottchen übers Eis laufen wird. Wenn Müller in den nächsten Tagen zu Gesprächen auf die Geschäftsstelle kommt, trifft er auf ehemalige Mitspieler. Mirko Lüdemann (52) ist im Business-Bereich tätig, Ex-Verteidiger-Kumpel Torsten Ankert (37) macht ein Praktikum im sportlichen Bereich.



