Eisbären Berlin trotzen Widrigkeiten: Zum 15. Mal im DEL-Finale gegen Erzrivalen Mannheim
Die Eisbären Berlin haben sich trotz einer von zahlreichen Rückschlägen und einem enormen Verletzungspech geprägten Saison erneut in das Finale der Deutschen Eishockey Liga (DEL) gekämpft. Der stolze Hauptstadtclub steht damit zum 15. Mal in der Vereinsgeschichte in der entscheidenden Serie und strebt nun den dritten Titel in Folge sowie den fünften in den letzten sechs Jahren an. Im Finale wartet die ultimative Herausforderung: Der große Erzrivale Adler Mannheim.
Eine Saison voller Widrigkeiten und mentaler Stärke
Lange Zeit schien es nicht absehbar, dass die Berliner überhaupt die Playoffs erreichen würden. Verletzungen zahlreicher Leistungsträger erzwangen immer wieder Umstellungen im Kader, und erst am letzten Spieltag der Hauptrunde sicherte sich der Titelverteidiger den sechsten Tabellenplatz und damit die direkte Qualifikation für das Viertelfinale. Doch in den Playoffs überzeugten die dezimierten Eisbären mit ihrer Intensität, Effizienz und einer bemerkenswerten Mentalität.
Torhüter Jonas Stettmer, der nach einer schweren Verletzung von Jake Hildebrand im Halbfinale ins Rampenlicht rückte, betonte die Teamleistung: „Wir haben so viele gute Jungs, die einen exzellenten Job machen. Da kommt es nicht auf eine Person an.“ Entscheidend für den Erfolg in der hart umkämpften Halbfinalserie gegen die Kölner Haie, die als Hauptrundenbester angetreten waren, sei gewesen, dass die Berliner die „Kleinigkeiten“ besser gemacht hätten. „Wir haben kompakter in der Defensive gestanden und im richtigen Moment die Tore geschossen“, erklärte Stettmer.
Historische Bilanz und finale Herausforderung
Die Historie spricht eindeutig für die Eisbären. Seit ihrer letzten Playoff-Niederlage gegen die Adler Mannheim im Jahr 2002 blieben sie in sieben Begegnungen siegreich – zuletzt im vergangenen Jahr, als sie die Mannheimer im Halbfinale glatt mit 4:0 bezwangen und anschließend ihren elften DEL-Titel holten. Dennoch warnt Stettmer vor der finalen Aufgabe: „Im Finale gegen Mannheim wird es unfassbar hart.“ Die Kurpfälzer spielen eine starke Saison und sind tiefer besetzt als die Berliner, die neben Hildebrand auf Langzeitverletzte wie Korbinian Geibel, Lean Bergmann, Blaine Byron und Patrick Khodorenko verzichten müssen.
Cheftrainer Serge Aubin zeigte sich nach dem 4:1-Sieg in Köln, der die Halbfinal-Serie mit 4:2 entschied, begeistert von seiner Mannschaft: „Es ist wirklich eine phänomenale Gruppe von Spielern. Sie begeistern mich jedes Mal.“ Besonders lobte er Torhüter Stettmer, der „unglaublich“ gehalten habe. Die Berliner konnten sich in der Halbfinalserie auch auf ihre erstaunliche Torgefahr der Verteidiger verlassen, die allein elf der insgesamt 23 Tore erzielten.
Das erste Spiel der Best-of-seven-Serie zwischen den beiden erfolgreichsten Mannschaften der DEL-Geschichte findet am Freitag in Mannheim statt. Für die Eisbären geht es nicht nur um den Titel, sondern auch um den Beweis, dass sie sich trotz aller Widrigkeiten „niemals unterkriegen lassen“ – eine Haltung, die Stettmer als Schlüssel zum Erfolg hervorhob.



