Das nächste Spiel der deutschen Nationalmannschaft bei der Fußball-Weltmeisterschaft beginnt am kommenden Montag erst um 22:30 Uhr. Fußballfans können in vielen Biergärten und auf Restaurantterrassen länger mitfiebern – allerdings möglicherweise nicht überall bis zum Abpfiff. Während etwa einige NRW-Städte die Regeln lockern und Berlin Deutschlandspiele ohne zeitliche Begrenzung erlaubt, muss in München draußen um 1 Uhr Schluss sein.
Bundesweite Ausnahmen vom Lärmschutz
Bereits vor dem Beginn der WM hatten die Bundesregierung und der Bundesrat Ausnahmen von den Lärmschutzregeln und der Nachtruhe von 22:00 bis 6:00 Uhr beschlossen, um Public Viewing auch in den späten Abendstunden zu ermöglichen. Städte und Gemeinden können dadurch Public-Viewing-Veranstaltungen auch in dieser Zeit erlauben. Doch je nach Stadt oder Kommune gibt es durchaus unterschiedliche Regelungen.
Lockerungen in Köln, Dortmund und Münster
Erst in dieser Woche lockerten Köln und Dortmund ihre Vorgaben. In Köln sind nun Übertragungen der deutschen Partien unter freiem Himmel und im Außenbereich auch nach 22 Uhr erlaubt. In Dortmund dürfen jetzt sogar alle ausstehenden WM-Partien in der Außengastronomie gezeigt werden, sofern sie nach 6 Uhr und spätestens um 23 Uhr beginnen, nach 23 Uhr allerdings jeweils nur bis zum Ende des jeweiligen Spiels. Nachberichte sind nicht erlaubt.
Das gilt auch für die Stadt Münster, die Live-Übertragungen in Biergärten und Außengastronomie auch nach 22 Uhr duldet, solange sie nur bis zum Abpfiff laufen und die Vorgaben zu Lautstärke, Flächen und größeren Leinwänden eingehalten werden. Sobald der Abpfiff erfolgt ist, ist dann aber Schluss. Die Städte appellieren zudem an die gegenseitige Rücksichtnahme und behalten sich Eingriffe in Einzelfällen vor.
München mit Zeitlimit, Berlin großzügig
Etwas anders ist die Lage in München. In der bayerischen Landeshauptstadt dürfen die WM-Duelle im Außenbereich von Gaststätten, um auch den Interessen der Anwohner zu wahren, nur bis 1 Uhr und wieder ab 6 Uhr gezeigt werden. Heißt also konkret: Sollte Deutschland am Montag in die Verlängerung oder gar ins Elfmeterschießen müssen, müsste das Public Viewing im Freien laut den Vorgaben der Stadt in München vorzeitig beendet werden.
In Hamburg gibt es mehrere Angebote zum Public Viewing, vor allem in Kneipen auf kleineren Leinwänden und TV-Bildschirmen. Das in der Vergangenheit beliebte Rudelgucken auf dem Heiligengeistfeld findet dieses Jahr nicht statt. Ärger gab es im Bezirk Altona, wo Public Viewing zwar erlaubt, aber nur ohne Ton gestattet sei.
Anders sieht es in der Hauptstadt aus. In Berlin dürfen alle WM-Spiele mit deutscher Beteiligung sowie das Finale im Freien zu jeder Zeit gezeigt werden. Allerdings darf das Programm hier maximal 15 Minuten vor Anpfiff erst eingeschaltet werden. Zudem könne das Event abgebrochen werden, wenn die Behörde der Ansicht sei, dass der Lärm umweltschädlich sei und die Anwohner störe, heißt es aus der Stadt.
Auch spätes deutsches Achtelfinale in Aussicht
Auch die Stadt Speyer in Rheinland-Pfalz hat mit Blick auf das bevorstehende Sechzehntelfinale eine Ausnahmeregelung beschlossen. Demnach können WM-Spiele im Außenbereich gastronomischer Betriebe auch nach 22 Uhr gezeigt werden – vorausgesetzt, die Gastronomen beantragen dafür eine Genehmigung bei der Stadt. Auch das benachbarte Hessen hat sich dafür ausgesprochen, auch späte Public-Viewing-Veranstaltungen grundsätzlich zu ermöglichen.
Welche Ausnahmen gelten, entscheiden bundesweit Städte und Kommunen selbst. Das könnte auch noch einmal für ein mögliches Achtelfinale der deutschen Mannschaft beim Weiterkommen am Montag relevant werden. Denn die nächste K.-o.-Partie würde am 4. Juli (Samstag) erst um 23:00 Uhr beginnen. Sollte auch dieses Spiel gewonnen werden, fänden Viertelfinale, Halbfinale und Finale dann aber wieder zu etwas früheren Zeiten statt.



