Der frühere Fußball-Nationalspieler Stefan Effenberg hat das frühe Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft bei der Fußball-Weltmeisterschaft als „Vollkatastrophe“ bezeichnet und einen klaren Umbruch gefordert. In seiner Kolumne für das Nachrichtenportal „t-online“ schrieb der 57-Jährige: „Für die deutsche Nationalmannschaft ist das, was am Montag im Sechzehntelfinale der WM passiert ist, eine Vollkatastrophe. Das ist eine ganz, ganz bittere Niederlage.“
Fehlende Unterschiedsspieler im internationalen Vergleich
Effenberg kritisierte, dass es dem deutschen Fußball im Vergleich zu anderen Top-Nationen wie Argentinien, Frankreich oder Spanien klar an Unterschiedsspielern fehle. „Die Qualität in der deutschen Nationalmannschaft ist derzeit nicht Weltklasse“, stellte er fest. Für den notwendigen Umbruch müsse der DFB jetzt einen Jugendkurs durchziehen. „Nagelsmann und der DFB sind nun in der Pflicht, zu liefern. Sie müssen zeigen: Wir haben verstanden, was getan werden muss. Ich erwarte auch eine ausführliche Erklärung, eine detaillierte Analyse dieser WM vom Bundestrainer“, so Effenberg weiter.
Konkrete personelle Forderungen für die Nations League
Bereits für das nächste Länderspiel in der Nations League gegen die Niederlande im September fordert Effenberg konkrete personelle Veränderungen. Auf der Torwartposition solle demnach Jonas Urbig als neue Nummer Eins auflaufen. Manuel Neuer solle seine DFB-Karriere beenden; auch eine Rückkehr zu Oliver Baumann auf der Torwartposition mache für Effenberg keinen Sinn.
Auch in der Offensive müsse die Verjüngung durchgezogen werden: Lennart Karl, der die WM kurzfristig wegen einer Verletzung verpasste, müsse laut Effenberg dann gesetzt sein. Zusammen mit Florian Wirtz und Jamal Musiala solle Karl in Zukunft das Offensivspiel der Nationalmannschaft prägen. Mit Saïd El Mala, Malick Thiaw und Nathaniel Brown sollen weitere junge Spieler mehr Chancen bekommen.



