Jan-Lennard Struff (36) hat zum ersten Mal in seiner Karriere das Viertelfinale eines Grand-Slam-Turniers erreicht. Der Warsteiner kämpfte sich in Wimbledon nach einem 0:2-Satzrückstand zurück und profitierte beim Stand von 3:6, 6:7, 7:6, 7:5, 4:2 von der verletzungsbedingten Aufgabe des Polen Hubert Hurkacz (29).
Struffs emotionale Reaktion auf den Erfolg
Nach dem größten Erfolg seiner Laufbahn konnte Struff seine Emotionen kaum in Worte fassen. Bei Prime sagte der Davis-Cup-Spieler: „Es war jetzt mein viertes Mal in der vierten Runde und endlich geht es für mich ins Viertelfinale. Dass es hier in Wimbledon passiert – das ist schon geil!“
Dabei roch lange alles nach einem Aus. Hurkacz dominierte zunächst mit seinem gefürchteten Aufschlag und führte bereits mit 2:0 Sätzen. Doch Struff kämpfte sich eindrucksvoll zurück. Nach dem dritten Satz musste der Pole eine medizinische Auszeit nehmen, lag auf dem Rasen und ließ sich am unteren Rücken behandeln. Im fünften Satz war schließlich Schluss – Hurkacz konnte nicht mehr weiterspielen.
Struff denkt an seinen Gegner
Struff wusste den historischen Erfolg deshalb einzuordnen und dachte direkt an seinen Gegner: „Es ist unglaublich. Das Spiel ging schon schwer los. Ich bin dann irgendwann zurückgekommen und hinten heraus hat man gemerkt, dass bei ihm nicht mehr viel geht. Gute Besserung natürlich an Hubi. Er ist einer der nettesten Spieler der Tour.“
Die Krise vor Wimbledon
Die Geschichte ist umso bemerkenswerter, weil Struff vor Wimbledon tief in der Krise steckte. Bei seinen vergangenen 16 Turnieren war für ihn neunmal bereits in der ersten Runde Schluss, sechsmal scheiterte er in Runde zwei und einmal sogar in der Qualifikation. Jetzt folgt die spektakuläre Wiederauferstehung. Im Viertelfinale könnte nun sogar die größte Aufgabe überhaupt warten. Dort könnte Struff auf die Nummer eins der Welt, Jannik Sinner, treffen, der sein Achtelfinale noch bestreitet.
Traum-Duell gegen Sinner?
Die Aussicht auf das Traum-Duell bringt Struff bereits ins Schwärmen: „Es wäre natürlich Wahnsinn, gegen Sinner zu spielen. Das wäre sehr cool!“



