Trump mischt sich ein: Fifa hebt Rot-Sperre für US-Torjäger Balogun auf
Trump mischt sich ein: Fifa hebt Rot-Sperre für Balogun auf

Die Entscheidung der Fifa, die Rote-Sperre gegen den US-Stürmer Folarin Balogun aufzuheben, entwickelt sich zu einem politischen Skandal. Laut übereinstimmenden Berichten von „The Athletic“ und der Nachrichtenagentur AP soll US-Präsident Donald Trump persönlich bei Fifa-Präsident Gianni Infantino angerufen haben, um eine Überprüfung des Platzverweises zu erwirken. Mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen bestätigten diesen Ablauf. Weder die Fifa noch das Weiße Haus haben die Informationen bislang kommentiert.

Trump feiert die Entscheidung öffentlich

Kurz nach der Bekanntgabe der aufgehobenen Sperre feierte Trump die Entscheidung in den sozialen Medien: „Vielen Dank an die Fifa, dass sie das Richtige getan und eine große Ungerechtigkeit korrigiert hat!“ Der US-Präsident pflegt ein enges Verhältnis zu Infantino und lud ihn bereits mehrfach ins Weiße Haus ein.

Balogun, mit drei Toren bester Torjäger der USA bei der WM, hatte im Achtelfinale gegen Bosnien-Herzegowina beim 2:0-Sieg seinen Gegenspieler Tarik Muharemovic in einem Zweikampf offensichtlich unabsichtlich, aber mit brutaler Härte am Knöchel getroffen. Schiedsrichter Raphael Claus aus Brasilien schaute sich die Szene am Monitor an und entschied auf Rote Karte. „Für mich ist das niemals eine Rote Karte. Das war niemals Absicht“, sagte US-Trainer Mauricio Pochettino.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Belgien reagiert mit Erstaunen und prüft rechtliche Schritte

Der Achtelfinal-Gegner Belgien reagierte mit „Erstaunen“ auf die plötzlich aufgehobene Sperre und schließt Konsequenzen nicht aus. „Um die legitimen Rechte aller teilnehmenden Mannschaften zu wahren und die Grundprinzipien des Fair Plays zu schützen“, prüfe der belgische Verband alle Optionen, hieß es in einer Stellungnahme am Sonntag.

Balogun ist trotz seiner Roten Karte nun gegen Belgien am Dienstag (2 Uhr/ARD und MagentaTV) spielberechtigt. Die Fifa begründete die Entscheidung mit Artikel 27 ihres Disziplinarreglements, wonach eine Strafe ganz oder teilweise ausgesetzt werden kann. Baloguns Sperre werde für ein Jahr zur Bewährung ausgesetzt. Sollte sich der Angreifer in dieser Zeit „einen weiteren Verstoß gleicher Art und Schwere“ erlauben, werde die Sanktion vollstreckt.

Trump bisher nicht bei WM-Spielen vor Ort

Trump war bislang bei keinem WM-Spiel vor Ort, wird aber spätestens zum Endspiel am 19. Juli in East Rutherford bei New York im Stadion erwartet. Der Fall wirft Fragen nach der Unabhängigkeit der Fifa und möglicher politischer Einflussnahme auf den Sport auf.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration