Antoine Griezmann bestritt gegen den FC Arsenal sein letztes Heimspiel in der Champions League für Atlético Madrid. Bereits vor dem Anpfiff herrschte eine emotionale Stimmung, doch der Franzose wurde später zur tragischen Figur. In seinem letzten Auftritt im Estadio Metropolitano auf europäischer Bühne blieb ihm ein krönender Abschied verwehrt.
Griezmanns vergebene Chancen
„Ich hatte drei Chancen, konnte aber das Tor nicht machen – aber im Rückspiel klappt es bestimmt“, versprach der Offensivstar nach dem 1:1 (0:1) im Halbfinal-Hinspiel gegen den FC Arsenal. Nur Zentimeter fehlten etwa bei seiner Doppelchance in der 63. Minute, als Griezmann im Fallen den Ball zunächst ans Lattenkreuz schlenzte, ihn aber nochmals von Matteo Ruggeri aufgelegt bekam und dann volley knapp am Tor vorbeijagte. Trotz der vergebenen Gelegenheiten wurde er von der UEFA zum Spieler des Spiels gekürt.
Besondere Atmosphäre im Stadion
Mehr noch als die Trophäe dürfte Griezmann die besondere Atmosphäre im Metropolitano in Erinnerung bleiben. Schon vor dem Anpfiff schien er jede Sekunde aufzusaugen. Mit unzähligen Klopapierrollen, die die Fans nach südamerikanischem Vorbild beim Einlauf der Mannschaften von den Rängen Richtung Rasen warfen, verwandelte sich das Stadion schnell in einen Hexenkessel. „Es war sehr emotional, vor allem mit den weißen Papierrollen, die die Fans auf den Platz geworfen haben“, sagte Griezmann hinterher bei DAZN. „Das ist ein Moment, den ich für immer in meinem Herzen behalten werde.“ Als sich die Mannschaft zur Champions-League-Hymne aufstellte, kehrte Griezmann der TV-Kamera den Rücken und blickte stattdessen ins weite Rund seines Wohnzimmers.
Lobeshymne von Simeone
Atlético und Griezmann – das ist eine ganz besondere Beziehung. 2014 wechselte der Franzose von Real Sociedad San Sebastián zu den Rojiblancos. Nach einem missglückten zweijährigen Intermezzo beim FC Barcelona kehrte der verlorene Sohn 2021 wieder zurück zu seinem Förderer Diego Simeone. Vor dem Viertelfinale gegen den FC Barcelona saßen beide bei der Pressekonferenz nebeneinander auf dem Podium und der Atlético-Trainer stimmte noch vor der ersten Frage eine Lobeshymne auf den 35-Jährigen an. „Du bist ein bewundernswerter Mensch für die jungen Leute von heute, in einer Gesellschaft, die Menschen wie dich braucht“, sagte Simeone. „Danke für dein Engagement und für die Art, wie du dich immer verhalten hast. Als Profi und als Mensch, der weiß, wie man diese ganz besondere Beziehung, die wir haben, fast wie eine Familie, trennt und diese schwierige Grenze zwischen Trainer und Spieler, zwischen Freund und Spieler nicht überschreitet.“
Griezmanns Zukunft und Finaltraum
Insgesamt zehn Jahre trug Griezmann das Trikot der Rojiblancos. Im Sommer zieht es ihn zum Ausklang seiner Karriere in die USA zu Orlando City. Doch zuvor hat er noch ein großes Ziel mit Atlético. Erstmals seit zehn Jahren kann Atléti wieder ins Finale der Champions League einziehen. An das Endspiel 2016 gegen Stadtrivale Real Madrid hat Griezmann nicht die besten Erinnerungen. Bei der 3:5-Niederlage nach Elfmeterschießen vergab er in der regulären Spielzeit einen Strafstoß und wurde so zur tragischen Figur. Am Mittwoch blieb nun nach dem 1:1 gegen Arsenal bei Griezmann ob seiner verpassten Chancen ebenfalls ein Makel hängen. „Griezmanns Meisterleistung bei seinem Abschied vor heimischem Publikum auf europäischer Bühne hätte ein anderes Ende verdient“, schrieb die Marca.
Griezmann selbst hat die Hoffnung auf einen krönenden Abschluss noch nicht aufgegeben. „Mein größter Traum ist es, das Finale zu erreichen“, sagte er mit Blick auf das Rückspiel am kommenden Dienstag (21.00 Uhr im LIVETICKER) im Emirates. Er werde sich wie auf das Hinspiel, so auch auf das Rückspiel intensiv vorbereiten, kündigte Griezmann an: „Und hoffentlich schaffen wir es.“



