E-Mobilität in Sachsen-Anhalt: Elektro-Boom erreicht nicht alle Bürger
E-Mobilität in Sachsen-Anhalt: Nicht alle profitieren

E-Mobilität in Sachsen-Anhalt: Elektro kommt, aber nicht für alle

Die Elektromobilität erlebt in Sachsen-Anhalt dank staatlicher Förderung einen deutlichen Aufschwung. Allerdings hat die Bundesregierung bei der Gestaltung der Prämie einen Teil der Bevölkerung übersehen – ein Fehler, der dringend korrigiert werden sollte.

Elektroautos prägen zunehmend das Straßenbild

Wer regelmäßig mit dem Auto unterwegs ist, kann die Veränderung deutlich erkennen: Elektrofahrzeuge sind inzwischen ein fester Bestandteil des Straßenverkehrs in Sachsen-Anhalt. Die aktuellen Zulassungszahlen belegen, dass Neuwagen im Bundesland mittlerweile häufiger mit einem Elektroantrieb ausgestattet sind als mit einem klassischen Verbrennungsmotor. Die Elektrowende schreitet zwar langsam, aber stetig voran. Den jüngsten Impuls verdanken die Stromer der angekündigten staatlichen Prämie, die mit ihrem Fokus auf Familien grundsätzlich den richtigen Schwerpunkt setzt. Dennoch bleibt eine bedeutende Bevölkerungsgruppe außen vor.

Prämie begünstigt vor allem Gutverdiener

Nach wie vor gilt: Wer ein Elektroauto fährt, gehört mit hoher Wahrscheinlichkeit zu den Besserverdienern. Die staatliche Förderung gilt ausschließlich für Neuwagen – egal ob gekauft oder geleast. Ein großer Teil der Bevölkerung, insbesondere im einkommensschwachen Sachsen-Anhalt, kann oder will sich jedoch keinen fabrikneuen Pkw leisten. Laut aktuellen Händlerstatistiken sucht über die Hälfte der Käufer ein Fahrzeug unter 30.000 Euro, ein Viertel sogar unter 15.000 Euro. Wer ein familientaugliches Auto benötigt, muss daher häufig auf Benziner zurückgreifen.

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Gebrauchtwagenmarkt für E-Autos weiterhin schwierig

Auf dem Gebrauchtwagenmarkt tun sich Elektroautos weiterhin schwer. Das Angebot ist begrenzt, die Unterhaltskosten im Hinblick auf mögliche Reparaturen ungewiss – und die staatliche Prämie greift in diesem Segment nicht. Dadurch bleibt einem erheblichen Teil der Gesellschaft der Zugang zur E-Mobilität verwehrt. Diese Situation ist nicht nur nachteilig für den Klimaschutz, sondern auch sozial ungerecht gegenüber vielen hart arbeitenden Menschen. Der aktuelle Iran-Konflikt verdeutlicht eindrücklich, wie abhängig Bürger von der fragilen internationalen Ölwirtschaft sind. In den kommenden Jahren wird zudem die CO2-Steuer die Spritkosten weiter in die Höhe treiben.

Forderung nach gerechterer Förderung

Es wäre daher sinnvoll, die steuerfinanzierte Autoprämie auf niedrigpreisige Neuwagen und insbesondere auf Gebrauchtwagen auszuweiten. Zwar wäre dies für die Automobilkonzerne weniger ertragreich – für die Mehrheit der Bürger würde es jedoch eine echte Entlastung darstellen und die Elektromobilität für breitere Schichten zugänglich machen. Eine solche Anpassung der Förderpolitik könnte die soziale Gerechtigkeit stärken und gleichzeitig die Klimaziele voranbringen.

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