Ostsee-Wal-Rettung: Helfer planen Gurt-Einsatz für Buckelwal vor Poel
Ostsee-Wal-Rettung: Gurt-Einsatz für Buckelwal geplant

Die Rettungsaktion für den seit Wochen in der Ostsee vor der Insel Poel gestrandeten Buckelwal steht vor ihrem Höhepunkt. Ein Team aus privaten Helfern und Spezialfirmen plant, das stark geschwächte Tier am Dienstag mit einem speziellen Gurt auf einen Lastkahn zu ziehen und in die Nordsee zu transportieren. Die Aktion wird von Mediamarkt-Gründer Walter Gunz und Unternehmerin Karin Walter-Mommert finanziert.

Gurt soll Wal stabilisieren und führen

Die an der Privatinitiative beteiligte Kleintierärztin Kirsten Tönnies erläuterte das Vorgehen: Der Gurt werde unter der Brust des Wales entlanggeführt und hinten um die Flipper geschlungen. Von beiden Seiten sollen mehrere Helfer den Wal damit in Richtung des Lastkahns ziehen. Sollte das Tier in Panik geraten, könne eine Seite losgelassen werden. Anders als ursprünglich geplant, wird der Wal nicht rückwärts mit einer Plane, sondern vorwärts in die Barge bugsiert. Zuvor soll er durch eine ausgebaggerte Rinne zum Kahn geleitet werden.

Zeitplan und Herausforderungen

Der Rettungsversuch soll am Dienstag zwischen 7.00 und 12.00 Uhr starten, vorausgesetzt, Walexperten und Veterinäre geben grünes Licht. DLRG-Einsatzleiter Oliver Bartelt betonte jedoch, dass die DLRG maximal bis Mittwoch vor Ort bleiben werde. Der Einsatz sei ehrenamtlich und nicht Teil des Katastrophenschutzes. Der Lastkahn, der den Wal aufnehmen soll, wird am Montagnachmittag in Wismar erwartet und dort für die Aktion vorbereitet.

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Umweltminister Till Backhaus (SPD) zeigte sich am Sonntag optimistisch: Das Tier habe zwar deutlich abgenommen, werde aber von der Initiative weiter als transportfähig eingestuft. Er selbst sei erneut zum Wal gefahren und habe ihn sogar berührt. Die Veterinäre des Rettungsteams bestätigten die Transportfähigkeit des vier bis sechs Jahre alten Walbullen.

Kritik von Experten

Walforscher Fabian Ritter vom Wal- und Delfinschutzverein „M.E.E.R.“ äußerte hingegen Skepsis. Der Zustand des Wales sei prekär, und der lange Transport in dem Lastkahn könne das Tier stark stressen. Besonders die Lautstärke sei problematisch, da Wale in einer Welt des Schalls leben. Er vermisst zudem Ergebnisse von Blutproben oder Analysen der Blasluft. Dennoch wagte er keine Prognose zu den Überlebenschancen, da der Wal bereits mehrfach überrascht habe.

Der geplante Transport soll etwa dreieinhalb Tage dauern und den Wal an Fehmarn vorbei bis in die Nordsee bei Skagen bringen. Dort soll sein Zustand erneut bewertet werden. Ob der angebrachte Peilsender unter Wasser funktioniert, ist unklar; die Initiative prüft einen wasserfesten Sender aus Kanada.

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