Kult-Gastroschiff MS Vaterland in Lubmin kontrolliert versenkt
Ein Stück Ostsee-Alltag ist untergegangen: Das besonders bei Urlaubern beliebte Gastro-Schiff MS Vaterland musste im vorpommerschen Ostsee-Hafen Lubmin kontrolliert versenkt werden. Laut Einsatzkräften war das ehemalige Kriegsschiff nicht mehr zu retten, nachdem es eine schwere Leckage erlitten hatte. Die genaue Ursache des Wassereinbruchs bleibt bisher ungeklärt.
Dramatischer Einsatz am frühen Morgen
Am Dienstagmorgen gegen 6.30 Uhr wurde Perry Schongalla, Inhaber von Moses maritime Dienstleistungen, alarmiert. „Als wir dann gegen 7.30 Uhr an dem Schiff angekommen sind, befand es sich schon in einer deutlichen Schräglage und der Bug war unter Wasser“, erinnert sich der erfahrene Helfer. Sein Team versuchte mit einem Taucher und einer Hochleistungspumpe das Sinken zu verhindern.
Die Bemühungen blieben jedoch erfolglos:
- Eine Pumpe mit sechs Kubikmeter Förderleistung pro Minute wurde eingesetzt
- Später kamen weitere Pumpen der Freiwilligen Feuerwehr Lubmin hinzu
- Insgesamt standen 15 Kubikmeter Pumpkraft zur Verfügung
„Als wir merkten, dass wir nicht weiterkommen, haben wir das THW und die Feuerwehr alarmiert“, erklärt Schongalla. Doch selbst die kombinierte Kraft aller Pumpen reichte nicht aus, um das Schiff zu retten.
Vom Kriegsschiff zum Kult-Restaurant
Die MS Vaterland hatte eine bewegte Geschichte hinter sich:
- Das Schiff wurde 1942 als Kriegsschiff für die Kriegsmarine gebaut
- Es diente im Zweiten Weltkrieg als Minenleger
- Nach dem Krieg war es unter verschiedenen Namen in Ost- und Westdeutschland im Einsatz
- Seit 2006 lag es in der Marina Lubmin als schwimmendes Restaurant
Mit Platz für bis zu 35 Personen war die MS Vaterland eine beliebte Anlaufstelle für Strandbesucher und Touristen in der Region. Das Kult-Gastroschiff prägte über Jahre das maritime Flair des Ostsee-Hafens.
Ursache der Leckage bleibt unklar
Auf Nachfrage konnte der Betreiber des Schiffes keine Angaben zu möglichen Ursachen der Leckage machen. „Schlussendlich lief das Schiff randvoll und wir haben es kontrolliert sinken lassen müssen“, resümiert Perry Schongalla die dramatischen Ereignisse.
Die kontrollierte Versenkung war die letzte Möglichkeit, um größere Schäden oder Gefahren für die Hafenumgebung zu vermeiden. Für die Touristen und Einheimischen bedeutet der Verlust des Schiffes jedoch das Ende einer maritimen Tradition in Lubmin.



