Marode DDR-Plattform „Ostervilm“ vor Rügen wird versteigert
DDR-Plattform „Ostervilm“ wird versteigert

Eine ungewöhnliche Immobilie aus dem Kalten Krieg steht in Hamburg zur Versteigerung: Die ehemalige Entmagnetisierungsstation der DDR-Volksmarine, bekannt als „Ostervilm“, wird am 4. Juni im Haus der Patriotischen Gesellschaft versteigert. Das Mindestgebot liegt bei 39.000 Euro. Die Plattform befindet sich im Greifswalder Bodden vor Rügen, etwa zehn Kilometer von der Insel Vilm entfernt.

Ein Relikt aus den Fünfzigerjahren

Die Anlage wurde in den 1950er Jahren errichtet und steht auf rund 600 Pfählen in etwa zehn Metern Wassertiefe. Ursprünglich diente sie militärischen Zwecken: Über am Meeresboden verlegte Kabel sollte die magnetische Signatur von Schiffen verringert werden, um sie für Magnetminen schwerer ortbar zu machen. Diese Technologie war während des Ost-West-Konflikts von großer Bedeutung.

Verfall und Zustand

Nach der Wiedervereinigung verlor die Plattform ihre Funktion und verfiel zusehends. In den Auktionsunterlagen wird der Zustand als „marode“ beschrieben: „Der Zustand ist durch Natur, Vogelkot und Vandalismus marode. Setzungsrisse. Stahlteile verrostet. Zerstörte Fenster. Algen wachsen an den Mauern empor.“ Eine Besichtigung vor der Auktion ist nicht möglich.

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Die Plattform ist nur per Boot erreichbar und liegt in einem sensiblen Naturraum, dem Greifswalder Bodden. Dies erschwert jede künftige Nutzung erheblich. Die Anlage hat sich inzwischen zu einem Rückzugsort für Vögel entwickelt.

Zivile Nutzungsideen bisher gescheitert

In der Vergangenheit gab es immer wieder zivile Nutzungsvorschläge, von Kunstprojekten bis zu touristischen Plänen. Doch aufgrund logistischer Hürden und hoher Investitionskosten wurde keines dieser Vorhaben umgesetzt. Die Versteigerung bietet nun Interessierten die Möglichkeit, das Nutzungsrecht für die Wasserfläche zu erwerben. Ein klassisches Grundstück wird nicht verkauft, sondern lediglich das Recht, die Fläche zu nutzen.

Die Auktion beginnt um elf Uhr im Haus der Patriotischen Gesellschaft in Hamburg. Interessenten sollten sich bewusst sein, dass die Plattform in einem stark heruntergekommenen Zustand ist und eine Sanierung hohe Kosten verursachen würde.

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