Neue Stelen am Perlacher Forst: Erinnerung an NS-Justizopfer
Stelen erinnern an NS-Justizopfer in München

Auf dem Friedhof am Perlacher Forst in München erinnern seit Dienstag zwei neue Informationstafeln an die Opfer der nationalsozialistischen Justiz, die im Gefängnis München-Stadelheim hingerichtet wurden. Die Stelen wurden am Ehrenhain II feierlich eingeweiht, wie die Stiftung Bayerische Gedenkstätten mitteilte.

Einweihung mit Nachkommen und Politik

An der Zeremonie nahmen neben Vertretern der Stiftung auch Nachkommen der NS-Opfer, das Gesundheitsreferat der Stadt München und die JVA Stadelheim teil. Die Tafeln informieren auf Deutsch und Englisch über die Schicksale der Ermordeten. Über QR-Codes gelangen Besucher zu weiteren Informationen auf der Website der Stiftung.

Stiftungsdirektor Karl Freller betonte: „Das Unrecht ist jetzt klar benannt. Die neuen Informationen hier vor Ort, an der Seite des symbolträchtigen Ehrenhain II, bieten gleichermaßen Aufklärung über die Verbrechen der NS-Justiz sowie einen Schutz gegen das Vergessen.“ Er wies darauf hin, dass die 93 hier bestatteten Menschen inhaftiert und ermordet wurden, viele von ihnen wegen Widerstands gegen das Unterdrückungssystem.

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Nachkommen aus ganz Europa

Mehr als 50 Angehörige der Opfer waren angereist, besonders viele aus Tschechien. Beatrix Zurek, Leiterin des Münchner Gesundheitsreferats, würdigte die Tafeln als „Gedächtnis der Geschichte“. Sie gäben den Opfern ein Gesicht und machten ihre Schicksale sichtbar.

Der Friedhof am Perlacher Forst liegt direkt hinter der JVA Stadelheim. Zwischen 1933 und 1945 wurden dort mindestens 1188 Menschen hingerichtet, die meisten mit der Guillotine. Die Todesurteile ergingen wegen „Heimtücke“, „Hochverrat“ oder „Sabotage“. Viele Opfer gehörten Widerstandsgruppen an oder hatten individuelle Akte des Widerstands geleistet.

Ehrenhain II als zentraler Erinnerungsort

Der Ehrenhain II wurde 1954 auf Beschluss des Münchner Stadtrats errichtet, nachdem die sterblichen Überreste von 95 hingerichteten Männern hierher umgebettet worden waren. 1996 erfolgte eine Neugestaltung durch die Stadt. Die Opfer stammen aus mehreren europäischen Ländern, darunter Deutschland, Österreich, Polen und der damaligen Tschechoslowakei.

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