Emotionaler Abschied nach fast fünf Jahrzehnten im Dienst
Die Tränen ließen sich einfach nicht zurückhalten. Bei seiner offiziellen Verabschiedung nach 49 Berufsjahren brach Vorpommern-Greifswald-Vizelandrat Jörg Hasselmann mehrfach in Rührung aus. Besonders bewegend wurde es, als er seiner Referentin Elisabeth Arndt dankte - hier versagte dem erfahrenen Verwaltungschef kurzzeitig die Stimme.
Frauen als prägende Weggefährtinnen
In seiner Abschiedsrede betonte Hasselmann auffallend oft den Einfluss von Frauen auf seinen beruflichen Werdegang. Bereits seine Großmutter legte den Grundstein, indem sie dem jungen Jörg regelmäßig vorlas und Schulaufgaben zusammenfasste. „Vielleicht hat das mein herausragendes Gedächtnis geprägt“, so der scheidende Vizelandrat rückblickend.
Später waren es berufliche Mentorinnen, die ihn forderten und förderten:
- Ausbilderin Charlotte Partosch in der Anklamer Sparkasse
- Vorgesetzte Charlotte Krause auf dem Weg zum Hauptbuchhalter
- Bauamtschefin Jutta Scheiwe, die ihn in der Anfangszeit bei der Behörde ab 2003 unterstützte
Persönliche Dankbarkeit und berufliche Anerkennung
Besonders emotional wurde der Dank an seine Ehefrau Roswitha, die über Jahrzehnte die Familie zusammenhielt. Als symbolische Geste überreichte Hasselmann ihr einen Strauß roter Rosen - eine späte Erfüllung eines Hochzeitswunsches, denn damals gab es nur Nelken.
Landrat Michael Sack würdigte seinen scheidenden Stellvertreter mit anerkennenden Worten: „Jörg Hasselmann hat nicht nur durch Fachwissen und Verlässlichkeit, sondern vor allem menschlich überzeugt“, betonte der CDU-Politiker. Zugleich bedauerte er den Verlust dieses prägenden Mannes aus der Verwaltungsspitze.
Übergabe an den Nachfolger
Ab Montag gehen die abendlichen Anrufe des Landrats an Hasselmanns Nachfolger Falko Haack - wobei Sack in seiner Rede scherzhaft den Ostermontag als Feiertag vergaß. „Bezeichnend für den Job“, kommentierte er mit einem Augenzwinkern.
Die Verwaltungsspitze verabschiedete Hasselmann mit einer eigens kreierten Ehrenmedaille, überreicht von Sozialdezernentin Karina Kaiser, dem zweiten Beigeordneten Dietger Wille und Landrat Michael Sack.
Ausblick auf den Ruhestand
Jörg Hasselmann versicherte, dass ihm im Ruhestand bestimmt nicht langweilig werde. Mehr Zeit für Familie und Ehrenamt stehen nun im Vordergrund. In plattdeutscher Tradition verabschiedete er sich abschließend von allen Wegbegleitern: „Tschüss und winke, winke, juch Jörg Hasselmann!“
Die bewegende Abschiedsfeier im historischen U in Pasewalk markierte das Ende einer fast fünf Jahrzehnte währenden Karriere im öffentlichen Dienst, die von Zusammenarbeit, menschlicher Wärme und besonderer Wertschätzung für weibliche Weggefährtinnen geprägt war.



