Schwerin investiert Millionen für Feuerwehr: Neue Gefahren erfordern sechste freiwillige Wehr
Schwerin: Millionen-Investitionen für Feuerwehr und neue Wehr

Schwerin rüstet Feuerwehr für moderne Gefahrenlagen auf

Die Feuerwehr in der Landeshauptstadt Schwerin steht vor einem grundlegenden Wandel. Nicht mehr nur die klassische Brandbekämpfung steht im Fokus, sondern die Bewältigung komplexer neuer Bedrohungen wie Klimawandel, hybride Konfliktszenarien und Energieengpässe. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, plant die Stadt umfangreiche Investitionen in Millionenhöhe und die Einrichtung einer zusätzlichen, sechsten freiwilligen Feuerwehr.

Brandschutzbedarfsplan 2027 bis 2032 als strategische Grundlage

Der Entwurf des Brandschutzbedarfsplans für die Jahre 2027 bis 2032 bildet die Basis für diese ambitionierten Vorhaben. Aktuell wird das Dokument in den politischen Gremien der Stadt intensiv diskutiert, wobei die Beratungen voraussichtlich bis zur Sommerpause andauern werden. Dr. Stephan Jakobi, Leiter des städtischen Fachdienstes Feuerwehr und Rettungsdienst, betont die Dringlichkeit: „Die örtliche Gefahrenabwehr muss nicht nur unter gewöhnlichen Umständen funktionieren, sondern auch verlässlich sein, wenn externe Einflüsse zusätzliche Gefahrenlagen mit sich bringen. Und es müssen Ressourcen vorgehalten werden, um diesen zusätzlichen Gefahren begegnen zu können.“

Ausbau der freiwilligen Feuerwehren und bauliche Maßnahmen

Derzeit verfügt Schwerin neben der Berufsfeuerwehr über fünf freiwillige Wehren mit insgesamt 242 Einsatzkräften. Diese sind in den Stadtteilen Mitte, Schlossgarten, Warnitz, Wickendorf und Wüstmark stationiert. Mit der geplanten sechsten freiwilligen Feuerwehr soll die Zahl der ehrenamtlichen Kräfte auf 276 ansteigen, um sowohl den Brandschutz als auch den Katastrophenschutz zu stärken. Der genaue Standort und der Zeitpunkt der Gründung sind noch nicht final entschieden, doch Jakobi verweist auf historische Beispiele wie die 1991 gegründete Feuerwehr Schlossgarten, die zeigt, dass Neugründungen möglich sind.

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Parallel dazu sind erhebliche bauliche Investitionen vorgesehen. Allein für bauliche Maßnahmen ab 2027 werden Mittel in Höhe von 56,2 Millionen Euro benötigt. Die Freiwillige Feuerwehr Wüstmark soll einen Neubau erhalten, bei dem speziell die Einrichtung von Katastrophenschutzeinheiten berücksichtigt wird. Zudem werden die Pläne für den Umbau der Integrierten Leitstelle in der Graf-Yorck-Straße fortgeführt.

Finanzierung und Fahrzeugbeschaffung

Die Finanzierung dieser umfangreichen Projekte stellt eine große Herausforderung dar. Jakobi setzt dabei auf entsprechende Erstattungen und Fördermittel von Bund und Land. Für die Ersatzbeschaffung von Fahrzeugen sind weitere erhebliche Summen eingeplant:

  • 4,5 Millionen Euro für Feuerwehrfahrzeuge
  • 3,2 Millionen Euro für Rettungsdienstfahrzeuge
  • 1,1 Millionen Euro für Fahrzeuge des Bevölkerungsschutzes

Diese Investitionen sollen sicherstellen, dass die Feuerwehr Schwerin auch in Zukunft technisch und personell optimal aufgestellt ist.

Positive Entwicklungen im Rettungsdienst

Trotz der notwendigen Erweiterungen und Investitionen gibt Jakobi Entwarnung bezüglich der aktuellen Leistungsfähigkeit des Rettungsdienstes: „Der Rettungsdienst ist in Schwerin konstant in Geschwindigkeit, Verlässlichkeit und mit hoher Qualität verfügbar.“ Als Beleg führt er die Inbetriebnahme der neuen Feuerwehr- und Rettungswache in der Lübecker Straße Ende 2024 an, die bereits zu wichtigen strukturellen Verbesserungen geführt hat.

Insgesamt zeigt der Brandschutzbedarfsplan 2027 bis 2032, dass Schwerin die Zeichen der Zeit erkannt hat und proaktiv in die Zukunft der Feuerwehr und des Katastrophenschutzes investiert. Mit Millionen-Investitionen und einer sechsten freiwilligen Wehr will die Stadt gewappnet sein für die vielfältigen Gefahren des 21. Jahrhunderts.

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