Reederverband zeigt sich zurückhaltend gegenüber US-Seeblockade im Persischen Golf
Reederverband reagiert verhalten auf US-Seeblockade

Deutsche Reeder zeigen sich zurückhaltend bei US-Plänen zur Seeblockade

Der Verband Deutscher Reeder (VDR) hat sich mit deutlicher Zurückhaltung zu den jüngsten Ankündigungen von US-Präsident Donald Trump geäußert. Dieser hatte am Sonntag nach dem vorläufigen Scheitern der Friedensverhandlungen mit dem Iran eine umfassende Seeblockade in der strategisch wichtigen Straße von Hormus angekündigt.

VDR-Sprecher sieht wenig Anlass zur Entspannung

„Leider besteht derzeit wenig Anlass zur Annahme, dass sich die Situation kurzfristig entspannt“, erklärte ein VDR-Sprecher gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Es bleibe vollkommen abzuwarten, welche konkreten Auswirkungen die angekündigten Maßnahmen tatsächlich haben werden. Gleichzeitig betonte der Sprecher, dass die Beseitigung möglicherweise vom Iran gelegter Seeminen durchaus einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit der Schifffahrt darstellen würde.

Details der US-Blockadepläne

Die US-Marine soll nach Trumps Ankündigung alle Schiffe daran hindern, in die Meerenge einzufahren oder diese zu verlassen. Besonders brisant: Die Streitkräfte wurden angewiesen, alle Schiffe abzufangen, die Gebühren an den Iran gezahlt haben. „Niemand, der eine illegale Maut entrichtet, wird auf hoher See eine sichere Passage haben“, so die klare Ansage des US-Präsidenten. Zudem kündigte er an, vom Iran gelegte Seeminen zerstören zu lassen.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Iranische Kontrollversuche in der Meerenge

Nach weitgehend übereinstimmenden Berichten internationaler Beobachter haben die iranischen Revolutionsgarden in der Straße von Hormus ein System etabliert, das an Mautstellen erinnert. Mit diesem Kontrollsystem wollen sie offenbar die internationale Schifffahrt in der strategisch bedeutsamen Wasserstraße beeinflussen. Bereits zuvor hatte die Marine der Revolutionsgarden vor möglichen Minen in der Meerenge gewarnt, was die Sicherheitslage zusätzlich verschärft.

Betroffene deutsche Reedereien

Der in Hamburg ansässige Verband Deutscher Reeder vertritt nach eigenen Angaben rund 200 deutsche Reedereien. Unter diesen befinden sich mehrere Unternehmen, deren Schiffe und Besatzungen derzeit den Persischen Golf nicht verlassen können. Der Grund: Es ist den Schiffen nicht möglich, die Straße von Hormus gefahrenfrei zu durchqueren, was zu erheblichen operativen Einschränkungen führt.

Grundsätzliche Position des Reederverbands

Der VDR setzt sich grundsätzlich und nachdrücklich für freie Seewege ein. „In internationalen Meerengen muss das Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen maßgeblich sein – das Prinzip der Transitdurchfahrt, also einer freien und ungehinderten Passage, ist von essentieller Bedeutung für den globalen Handel“, heißt es in einer offiziellen Stellungnahme des Verbands. Diese Position unterstreicht die Bedeutung ungehinderter Schifffahrtsrouten für die internationale Wirtschaft.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration