Ostsee-Wal-Drama: Rettungsversuche drohen, den Buckelwal zu Tode zu retten
Ostsee-Wal-Drama: Rettungsversuche drohen Wal zu Tode zu retten

Ostsee-Wal-Drama: Rettungsversuche drohen, den Buckelwal zu Tode zu retten

Die Versuche waren aller Ehren wert, doch nun müssen sich die Retter eingestehen: Die Zeit des Buckelwals in der Ostsee ist gekommen. Seit fast drei Wochen bewegt das gestrandete Tier die Menschen auf der Insel Poel in Mecklenburg-Vorpommern und sogar weltweit. Die Anteilnahme ist enorm – ein regelrechter Wahnsinn, könnte man sagen.

Ein Wahnsinn spielt sich in der Ostsee ab

Ein Wahnsinn ist, was sich spätestens seit Donnerstag, dem 16. April, auf und vor der kleinen Insel nahe Wismar abspielt. Der Wal, seit Wochen auf einer Sandbank gestrandet, soll mittels eines laut Rettern ausgeklügelten Plans in die Nordsee oder vielleicht sogar in den Atlantik transportiert werden. Gesagt, begonnen, abgebrochen, wieder angefangen, wieder abgebrochen – Stunden vergehen, Tage vergehen. Dazwischen grätscht selbstverständlich auch noch die Bürokratie mit einem Umweltminister, der mindestens so viele Volten schlägt wie der Wal.

Nun befinden wir uns am Ende von Tag fünf. Der Buckelwal hat sich heute endlich bewegt. Erst ein bisschen, dann Richtung Hafen, dann Richtung Ausgang der Bucht, dann wieder zurück und zuletzt auf eine: Sandbank. Neuer Anlauf, zurück zu Plan A – das Tier soll nicht zum Ausgang getrieben, sondern doch wieder auf einer Plane zwischen Pontons hinausgetragen werden.

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Minister nicht handlungsfähig, Helfer überfordert

Man muss leider eines feststellen: Dem Minister ist die Handlungsfähigkeit völlig entglitten. Die mit der vollen, auch finanziellen Verantwortung betrauten privaten Helfer um Walter Gunz und Karin Walter-Mommert wirken mit ihrem Latein am Ende. Viele freiwillige Helfer direkt vor Ort wirken mittlerweile wie Aktionskünstler, die zwar den Ernst der Situation noch immer verstehen, nicht aber, wann Schluss ist. Wann man zum Ende kommen sollte. Die Situation annehmen, wie sie ist: ausweglos.

Natürlich werden die Tierfreunde weiter versuchen, den Buckelwal aus der Ostsee zu geleiten. Wir Medien werden jeden Versuch weiterhin so nah wie möglich begleiten. Viele Zaungäste werden weiterhin aus ganz Deutschland nach Poel reisen, zum ganz besonderen Katastrophentourismus. Ja, mehr als einmal sterben kann er ja nicht. Klar sollte allen aber eines sein: Ihr rettet den Wal gerade zu Tode.

Die Rettungsaktion hat sich zu einem tragischen Spektakel entwickelt, bei dem die Grenzen zwischen Engagement und Realitätsverlust verschwimmen. Die emotionale Bindung an das Tier ist verständlich, doch die fortgesetzten Versuche könnten den Wal zusätzlich stressen und sein Leiden verlängern. Es ist an der Zeit, die Situation nüchtern zu betrachten und das Wohl des Tieres in den Vordergrund zu stellen, auch wenn dies bedeutet, die Rettungsbemühungen zu beenden.

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