Neues Mehrzweckschiff „Scharhörn“ in Rostock-Warnemünde feierlich getauft
Das Bundesverkehrsministerium hat ein neues Mehrzweckschiff für den Einsatz auf Nord- und Ostsee in Dienst gestellt. Die „Scharhörn“ wurde am 20. April 2026 in Rostock-Warnemünde getauft und soll künftig bei maritimen Notfällen wie Bränden, Motorausfällen oder Ölverschmutzungen zum Einsatz kommen. Die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes bestätigte, dass das Schiff seinen Heimathafen in Kiel haben wird.
Moderne Technologie für schnelle Hilfe auf See
Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder von der CDU betonte in einer offiziellen Mitteilung die Bedeutung moderner Einsatzschiffe. „Moderne Schiffe wie die ‚Scharhörn‘ sind unverzichtbar, um auf Havarien schnell, wirksam und umweltgerecht reagieren zu können“, erklärte der Minister. Das Schiff wurde auf der Werft von Abeking & Rasmussen im niedersächsischen Lemwerder gebaut, wobei Stahlbauarbeiten zuvor in einer litauischen Partnerwerft durchgeführt wurden.
Die Kosten für das Projekt wurden während der Bauphase auf mehr als 600 Millionen Euro geschätzt, obwohl die genauen Zahlen in der aktuellen Mitteilung der Behörde nicht genannt werden. Die „Scharhörn“ misst etwa 105 Meter in der Länge und verfügt als erstes Mehrzweckschiff des Bundes über ein Hubschrauberlandedeck, was die Einsatzmöglichkeiten deutlich erweitert.
Umweltfreundlicher Antrieb und Flottenmodernisierung
Das Schiff wird mit Flüssigerdgas (LNG) betrieben und soll in Zukunft auch mit synthetischem Methan fahren können, was die Umweltbilanz weiter verbessert. Der Bund verfügt insgesamt über vier Mehrzweckschiffe:
- Die „Scharhörn“ und die „Arkona“ sind an der Ostsee stationiert
- Die „Mellum“ und die „Neuwerk“ operieren an der Nordsee
Nach der Indienststellung der „Scharhörn“ sollen auch die Schiffe „Mellum“ und „Neuwerk“ durch Neubauten ersetzt werden, was eine umfassende Modernisierung der maritimen Einsatzflotte des Bundes bedeutet. Diese Schiffe sind besonders wichtig, da es auf Nord- und Ostsee regelmäßig zu Notfällen kommt, die schnelle und professionelle Hilfe erfordern.
Die Taufe der „Scharhörn“ markiert einen wichtigen Schritt in der Modernisierung der deutschen Seenotrettungs- und Umweltschutzflotte. Mit ihrer modernen Ausstattung und umweltfreundlichen Antriebstechnologie soll sie dazu beitragen, die Sicherheit auf deutschen Gewässern zu erhöhen und gleichzeitig ökologische Standards zu wahren.



