Deutsches Historisches Museum gibt enteignetes Gemälde an Familie zurück
Museum gibt enteignetes Gemälde an Familie zurück

Historisches Museum restituiert enteignetes Gemälde an ursprüngliche Eigentümer

Das Deutsche Historische Museum in Berlin hat ein bedeutendes Ölgemälde an die rechtmäßigen Erben zurückgegeben. Das Porträt des renommierten Historikers Leopold von Ranke aus dem Jahr 1876 wurde 1945 im Zuge der Bodenreform in der Sowjetischen Besatzungszone beschlagnahmt und befindet sich nun wieder im Besitz der Familie von der Schulenburg.

Ein kleiner Zettel als entscheidender Hinweis

Die entscheidende Spur zur Herkunft des Kunstwerks lieferte ein unscheinbarer Zettel auf der Rückseite des Gemäldes. Dieses Detail ermöglichte die Identifizierung der ursprünglichen Eigentümer und führte zur heutigen Restitution. Das Werk des Künstlers Adolf Jebens stammte ursprünglich aus dem Inventar des Schlosses Lodersleben in Querfurt, das 1945 von der Familie von der Schulenburg enteignet worden war.

Das Gemälde hatte eine bewegte Geschichte durchlaufen, bevor es im Deutschen Historischen Museum landete. Zuvor war es Teil der Sammlung des nationalen Geschichtsmuseums der DDR, dem Museum für Deutsche Geschichte. Diese Stationen spiegeln die komplexe deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts wider.

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Systematische Provenienzforschung als Museumsaufgabe

Museumsleiter Raphael Gross betonte die Bedeutung dieser Rückgabe: „Für das DHM ist es ein wichtiges Anliegen, die Eigentumsverhältnisse und die Umstände der Erwerbung von Objekten in der Zeit der Sowjetischen Besatzungszone und der DDR systematisch auf Enteignung hin zu überprüfen.“

Deutsche Museen intensivieren seit Jahren ihre Bemühungen, die Herkunftsgeschichten ihrer Sammlungsobjekte aufzuklären. Die sogenannte Provenienzforschung beschäftigt sich nicht nur mit Enteignungen in der DDR-Zeit, sondern auch mit der Aufarbeitung von Kunstraub während der nationalsozialistischen Herrschaft.

Diese Forschung zielt darauf ab, unrechtmäßig erworbene Kunstwerke an die rechtmäßigen Eigentümer oder deren Nachkommen zurückzugeben. Der Fall des Ranke-Porträts zeigt, wie wichtig akribische Recherche und transparente Aufarbeitung für die museale Praxis sind.

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