Matekaffee statt Kaffee: Wie Netzwerkarbeit auf der Grünen Woche einen regionalen Trend schafft
Matekaffee statt Kaffee: Netzwerkarbeit schafft regionalen Trend

Vom Messetrubel in den Hofladen: Wie Matekaffee Mecklenburg-Vorpommern erobert

Die Internationale Grüne Woche in Berlin hat sich einmal mehr als produktiver Nährboden für regionale Kooperationen erwiesen. Im Trubel der Mecklenburg-Vorpommern-Halle haben sich zwei Unternehmerinnen aus dem Landkreis Ludwigslust-Parchim getroffen und damit den Grundstein für eine erfolgreiche Zusammenarbeit gelegt.

Netzwerkarbeit als Erfolgsrezept

Der Landkreis Ludwigslust-Parchim setzt seit Jahren systematisch auf Netzwerkarbeit. Initiativen wie das Gründerinnen-Netzwerk oder das Partner-Netzwerk „Für Leib und Seele“ des Biosphärenreservatsamts Schaalsee-Elbe bieten kleineren Start-ups und Unternehmen wertvolle Plattformen zur Präsentation. Diese Vernetzungsmöglichkeiten erweisen sich besonders auf großen Messen wie der Grünen Woche als entscheidender Wettbewerbsvorteil.

Jenny Dietel vom Lebenshof Birkenkamp in Bresegard bei Picher und Leonie Tessenow aus Pinnow nutzten genau diese Chance. Während Dietel ihren Hof am Stand der Biosphärenreservate Schaalsee-Elbe präsentierte, stellte Tessenow als Gründerin ihren innovativen Tekoha Bio-Matekaffee vor. Die Begegnung entwickelte sich schnell zu einer produktiven Partnerschaft.

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Ein Getränk mit besonderer Wirkung

„Ich habe mich sofort in den Matekaffee verliebt“, erinnert sich Jenny Dietel begeistert. Der entscheidende Unterschied zum herkömmlichen Kaffee liegt in der Wirkungsweise. Leonie Tessenow erklärt: „Beim Matekaffee schießt das Koffein nicht sofort ins Blut, sondern der Körper muss sich die Wirkung quasi erarbeiten.“ Diese langsamere Freisetzung führt zu einer länger anhaltenden, gleichmäßigeren Wirkung.

Ally Brandt, die gemeinsam mit Jenny Dietel das Angebot von Hof Birkenkamp in Berlin präsentierte, bestätigt die praktischen Vorteile: „Das hat mich bei der Messe gerettet, denn so ein Tag am Stand ist toll und spannend, aber auch anstrengend.“ Die gleichmäßige Energieversorgung durch den Matekaffee erwies sich als ideal für die anspruchsvollen Messetage.

Wurzeln in Paraguay, Heimat in Mecklenburg

Die Geschichte des Tekoha Matekaffees ist eng mit der Biografie seiner Gründerin verbunden. Leonie Tessenow ist in Paraguay aufgewachsen und mit 18 Jahren nach Deutschland gezogen. „Mit Tekoha verbinden sich für mich meine Wurzeln mit meinem Zuhause in Mecklenburg-Vorpommern“, erzählt die gelernte Erzieherin, die zusätzlich Wirtschaftspsychologie studiert hat.

Der Name Tekoha entstammt der indigenen Sprache der Guarani und bedeutet übersetzt „Wo das Ich beheimatet ist“. Dieses Konzept der Verbundenheit spiegelt sich auch in der Produktion wider. Der Matekaffee wird als Getränkepulver aus gerösteten Mateblättern in Paraguay von kleinen Bio-Familienbetrieben hergestellt, die Tessenow persönlich kennt.

„Mir ist es wichtig, dass die Produktion nachhaltig ist und fair bezahlt wird“, betont die Unternehmerin. Diese Philosophie der Nachhaltigkeit und Fairness bildet das Fundament des gesamten Projekts.

Perfekte Ergänzung für den Lebenshof

Die Werte des Tekoha Matekaffees passen ideal zum Konzept des Lebenshofs Birkenkamp. „Bei uns leben ehemalige Nutztiere, die uns bei unseren pädagogischen Angeboten unterstützen“, erläutert Jenny Dietel. Für das Hofcafé, das an Wochenenden von 14 bis 18 Uhr geöffnet ist, sucht das Team kontinuierlich nach neuen, regionalen und nachhaltig produzierten Produkten.

„Der Matekaffee ist ein tolles Getränk für Menschen, die das Röstaroma von Kaffee mögen, diesen aber nicht so gut vertragen“, beschreibt Dietel die Zielgruppe. Der säurearme Charakter des Getränks macht es besonders verträglich. Zusätzlich enthalten Mateblätter wertvolle Antioxidantien, Zink, Magnesium und Vitamine.

Ally Brandt kann dies aus persönlicher Erfahrung bestätigen: „Ich habe eine Histaminunverträglichkeit, wegen der ich keinen Kaffee vertrage, aber bei Leonies Matekaffee habe ich bisher keine Probleme.“ Diese Verträglichkeit macht den Matekaffee zu einer attraktiven Alternative für Menschen mit Unverträglichkeiten.

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Ein regionaler Erfolg mit internationalen Wurzeln

Die Zusammenarbeit zwischen Hof Birkenkamp und Tekoha zeigt beispielhaft, wie Netzwerkarbeit auf Messen wie der Grünen Woche konkrete wirtschaftliche Erfolge generieren kann. Aus einer zufälligen Begegnung in Berlin ist eine produktive Partnerschaft entstanden, die nicht nur beiden Unternehmen nützt, sondern auch den Gästen des Hofcafés eine innovative Getränkealternative bietet.

Der Matekaffee hat sich damit zu einem echten Trendgetränk in der Region entwickelt – mit Wurzeln in Paraguay und einer festen Heimat in Mecklenburg-Vorpommern. Die Geschichte von Jenny Dietel, Leonie Tessenow und Ally Brandt beweist, dass erfolgreiche Kooperationen oft dort entstehen, wo Unternehmerinnen mit ähnlichen Werten und Visionen aufeinandertreffen.