Die Berliner Polizei geht davon aus, dass die linke Demonstration „Revolutionärer 1. Mai“ am Abend weitgehend friedlich verlaufen wird. „Wir sind gut aufgestellt und auf alles vorbereitet“, erklärte Polizeisprecher Florian Nath am Mittag. „Wir rechnen nicht mit größeren Störungen und Zwischenfällen.“ Die Behörden erwarten bis zu 20.000 Teilnehmer. Während Vermummung nicht verboten ist, bleibt das Abbrennen von Pyrotechnik untersagt.
Rückgang des Gewaltpotenzials in den letzten Jahren
In den vergangenen Jahren war die Gewaltbereitschaft bei der Demonstration „Revolutionärer 1. Mai“ spürbar gesunken. Polizeipräsidentin Barbara Slowik Meisel betonte, der Trend gehe hin zu zunehmend friedlichen Kundgebungen und Feiern in den Parks. Auch der Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Stephan Weh, äußerte sich auf der Plattform X: „Der 1. Mai in Berlin ist wie immer eine große Herausforderung.“ Erst wenn alle Einsatzkräfte gesund nach Hause kehrten, sei der Tag erfolgreich gewesen.
Bundespolizei-Gewerkschaft fordert robustes Eingreifen
Andreas Roßkopf, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei für den Bereich Bundespolizei, sagte der „Rheinischen Post“: „Die Berliner Polizei ist mit gut 5.000 Kräften im Einsatz. Klar ist, bei gewalttätigen Ausschreitungen robust einzugreifen.“ Die Polizei hat sich mit umfangreicher Ausrüstung auf den Großeinsatz vorbereitet, darunter Drohnen, Hubschrauber, Boote, Wasserwerfer und Klettereinheiten.
Die Themen der Demonstration, die durch Kreuzberg und Neukölln zieht, sind laut Landeskriminalamt (LKA) und der Abteilung für Extremismus vielfältig: Pro Palästina, Anti-Militarismus, Wehrpflicht, Anti-Kapitalismus sowie die nächtliche Schließung des Görlitzer Parks. Der „Spiegel“ berichtet unter Berufung auf eine interne Lageeinschätzung der Polizei, dass der sogenannte anarchistische Block – meist schwarz gekleidet und vermummt – im Fokus der Beamten stehe. Hinweise auf „gezielte Gewaltstraftaten“ aus dieser Gruppe lägen jedoch nicht vor. Der Polizeisprecher wollte sich zu dem internen Papier nicht näher äußern.



