Oktoberfest-Zoff: Egger erhält Klatsche bei Zeltvergabe
Wiesn-Wirt Egger fällt bei Zeltvergabe durch

München – Der Streit um die Vergabe der begehrten großen Festzelte auf dem Oktoberfest geht in die nächste Runde. Gastronom Alexander Egger (50) hat eine herbe Niederlage einstecken müssen. Der Wirtschaftsausschuss der Stadt München entschied in einer geheimen Sitzung über die Vergabe der Großzelte für das Jahr 2026. Wie BILD exklusiv erfuhr, fiel Egger mit seinen Bewerbungen für das Paulanerzelt und die Bräurosl durch – und landete auf dem letzten Platz.

Hintergrund des Streits

Egger betreibt seit 2022 gemeinsam mit seiner Frau Katharina Wickenhäuser-Egger das kleine Zelt „Münchner Stubn“ auf der Wiesn. Sein Ziel ist es, eines der lukrativen großen Zelte zu übernehmen. Bereits am 16. April hatte er bei der Regierung von Oberbayern (Vergabekammer Bayern) einen Antrag auf Überprüfung des städtischen Vergabeverfahrens eingereicht. Er fordert eine europaweite Ausschreibung und will das bisherige Verfahren kippen lassen.

Die Entscheidung des Ausschusses

Während die Vergabekammer noch über Eggers Antrag prüft, erhielt er am 28. April eine deutliche Abfuhr: Seine Bewerbungen für die zwei Großzelte wurden mit nur 158 Punkten bewertet – der letzte Platz unter elf Bewerbern. Die Punktevergabe basiert auf Kriterien wie Zuverlässigkeit, Erfahrung und Qualitätsnachweise. Allerdings hätte sich Egger offiziell gar nicht für das Paulanerzelt und die Bräurosl bewerben dürfen, da diese Zelte den Brauereien gehören, die ihre Wirte selbst bestimmen. Genau diesen Punkt kritisiert Egger und möchte ihn mit seinem Prüfantrag aushebeln.

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Die vergebenen Zelte

Die fünf von der Stadt vergebenen Zelte gingen an folgende Wirte: Johann Stadtmüller (Fischer Vroni, 294 Punkte), Christian und Michael Schottenhamel (Schottenhammel, 288 Punkte), Stephan Kuffler (Weinzelt, 286 Punkte), Michael Käfer (Käfer-Zelt, 282 Punkte) und Siegfried Able (Marstall, 278 Punkte).

Besonders brisant: Die Zulassungen für das Paulanerzelt (Betreiber Lorenz Stiftl) und das Schottenhamel-Zelt wurden zunächst nur unter Vorbehalt erteilt. Hintergrund ist der laufende Prüfantrag Eggers. Die Vergabekammer Bayern bestätigte BILD: „Der Antrag richtet sich gegen die von der Landeshauptstadt München beabsichtigte Zuteilung des Paulaner-Festzelts und der Schottenhamel-Festhalle an die vorgesehenen Brauereien bzw. Wirte für das Oktoberfest 2026.“

Ein merkwürdiges Detail: Egger hatte zuvor gegenüber BILD behauptet, sich auch auf das Schottenhamel-Zelt beworben zu haben. In der Sitzung stellte sich jedoch heraus, dass dies nicht der Fall ist. Der Krimi um die begehrten Wiesn-Zelte geht damit in eine neue Runde.

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