Schloss-Intendant setzt Förderverein vor die Tür: 110 Millionen Euro Spenden nicht gewürdigt
Schloss-Intendant setzt Förderverein mit 110 Mio. Euro vor die Tür

Schloss-Intendant schließt Förderverein aus: 110 Millionen Euro Spenden nicht gewürdigt

Der Wiederaufbau des Berliner Schlosses, bekannt als Humboldt Forum, wurde maßgeblich durch private Spenden ermöglicht. Der Förderverein Berliner Schloss e.V. unter der Leitung von Wilhelm von Boddien sammelte die beeindruckende Summe von 110 Millionen Euro ein, die ausschließlich für die barocke Fassade des Gebäudes verwendet wurden. Ohne diese großzügigen Beiträge wäre das historische Wahrzeichen heute lediglich ein grauer Betonklotz in der Berliner Mitte.

Kein Platz für die Förderer im eigenen Werk

Doch anstatt den Spendern die verdiente Anerkennung zukommen zu lassen, schließt Generalintendant Hartmut Dorgerloh den Verein aus dem Humboldt Forum aus. Der Förderverein, der ursprünglich in den Räumlichkeiten der Berliner Tourismus-Agentur „Visit Berlin“ untergebracht war, sieht sich nun mit einer Vertragskündigung konfrontiert und muss seine Präsentation einstellen.

Dorgerloh begründet diese Entscheidung damit, dass die Rekonstruktions- und Bauarbeiten abgeschlossen seien. In einer Stellungnahme ließ er verlauten: „Es besteht kein Anlass mehr, dass der Förderverein im Humboldt Forum beispielsweise über neue Vereinstätigkeiten informiert, die das Humboldt Forum nicht betreffen, oder Spenden für weitergehende Ausbau- und Rekonstruktionsmaßnahmen sammelt, die weder beschlossen noch beabsichtigt sind.“

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Unterstellungen und fehlender Dialog

Diese Darstellung wird vom Förderverein jedoch vehement zurückgewiesen. Der Verein betont, dass er keineswegs über irrelevante Aktivitäten informieren wollte, sondern lediglich seine Arbeit den Besuchern präsentieren möchte. Zudem wirbt er für die Wiederherstellung eines Treppenhauses nach historischem Vorbild – ein Projekt, über das durchaus diskutiert werden könnte.

Doch Dorgerloh zeigt sich dialogunwillig. Sogar der Vorschlag, einen „Freundeskreis Humboldt Forum“ zu gründen, um die Spender zu vereinen, wurde strikt abgelehnt. Dabei sind solche Freundeskreise bei anderen kulturellen Einrichtungen wie der Staatsoper oder der neuen Nationalgalerie durchaus üblich und erfolgreich.

Einzigartiges Engagement wird ignoriert

Der Wiederaufbau des Berliner Schlosses hat in Deutschland eine beispiellose Spendenbereitschaft ausgelöst. Die 110 Millionen Euro stellen eine in der Geschichte der Bundesrepublik einzigartige Summe dar. Dieses enorme Engagement wird jedoch nicht gewürdigt, sondern stattdessen vom vom Kanzleramt eingesetzten Generalintendanten Dorgerloh – einem Beamten, der selbst keinen Beitrag zum Aufbau geleistet hat – mit einem Fußtritt quittiert.

Die Frage bleibt: Warum wird der Förderverein, ohne dessen Einsatz das Humboldt Forum in seiner heutigen Form nicht existieren würde, derart marginalisiert? Die Spender, die dieses nationale Kulturerbe ermöglicht haben, verdienen Respekt und Anerkennung, nicht Ausgrenzung.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration