Grabenstetten (Baden-Württemberg) – Ein Wanderer ist in einer Höhle auf der Schwäbischen Alb in eine Notlage geraten. In rund 1300 Metern Tiefe ereignete sich ein medizinischer Notfall. Experten von Polizei, Bergwacht und Rettungsdienst arbeiten sich durch die Falkensteiner Höhle, um den Verletzten zu erreichen. Der Rettungseinsatz läuft seit dem Vormittag und könnte noch mehrere Stunden andauern.
Notruf am Morgen
Gegen 10.30 Uhr ging der Notruf bei der Leitstelle ein. Sofort wurde ein Großaufgebot alarmiert. Der Verletzte befindet sich im Bereich der sogenannten Lehmwände, einem Abschnitt der Höhle in etwa 1300 Metern Tiefe. Eine Gruppe war rund einen Kilometer im Inneren der Höhle unterwegs, als der Unfall passierte.
Notarzt vor Ort
Die Retter versorgen den Mann derzeit vor Ort, auch ein Notarzt ist in die Höhle eingestiegen. Genaue Informationen zu seinen Verletzungen und zur Gruppengröße liegen bislang nicht vor, da in der Höhle kein Funkempfang möglich ist. Laut den Einsatzkräften handelte es sich um eine offiziell angemeldete Führung.
Schwierige Rettungsbedingungen
Die Rettung gestaltet sich äußerst schwierig. Die Höhle ist nur zu Fuß über unwegsames Gelände erreichbar. Allein der Weg zum Patienten dauert etwa eineinhalb Stunden, so Patrick Docimo, Bürgermeister der Gemeinde Grabenstetten. Im betroffenen Bereich müssen zudem Höhenunterschiede von mehreren Metern überwunden werden.
Spezialplan nach früherem Großeinsatz
Die Feuerwehr sichert das Gelände oberirdisch ab, die Polizei hat den Bereich für den Verkehr gesperrt. Neben Bergwacht, Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei unterstützen spezialisierte Höhlenretter aus mehreren Landkreisen die Maßnahmen. Die Einsatzkräfte greifen auf einen speziellen Alarmierungsplan zurück, der nach einem Großeinsatz am 1. Januar 2026 neu erarbeitet wurde. Dieser Plan regelt die Koordination zwischen Feuerwehr, Bergwacht und Höhlenrettung.
Dauer des Einsatzes unklar
Wie lange die Rettung andauern wird, ist derzeit unklar. Die Experten vor Ort gehen von mehreren Stunden aus. Der Zustand der Person und die Transportfähigkeit müssen vor Ort erst beurteilt werden. Seit 2018 ist der Zugang zur Falkensteiner Höhle wegen der Gefahr plötzlicher Hochwasser offiziell verboten und nur mit Ausnahmegenehmigung der Gemeinde Grabenstetten möglich. Die Genehmigung lag vor, so der Bürgermeister.



