Der Bierabsatz in Deutschland geht seit Jahren kontinuierlich zurück. Diese Entwicklung hat nicht nur Auswirkungen auf die Brauereien, sondern auch auf die öffentlichen Haushalte. In den Bundesländern Niedersachsen und Bremen werden die Einnahmen aus der Biersteuer im Jahr 2025 voraussichtlich um 10,7 Prozent sinken. Statt wie im Vorjahr 43,0 Millionen Euro werden nur noch 38,4 Millionen Euro erwartet, wie das Landesamt für Statistik Niedersachsen in Hannover mitteilte.
Rückgang des Bierabsatzes
Der Bierabsatz der Brauereien in beiden Bundesländern ist von 7,5 Millionen Hektolitern im Jahr 2024 auf 7,2 Millionen Hektoliter im vergangenen Jahr gefallen. Dies entspricht einem Rückgang von 4,2 Prozent. Gleichzeitig hat sich die Anzahl der Braustätten verringert: von 85 auf 81 innerhalb eines Jahres. Seit 2016 ist der Bierabsatz in Niedersachsen und Bremen um insgesamt 1,5 Millionen Hektoliter gesunken, was einem Minus von 17,7 Prozent entspricht.
Finanzielle Einbußen für den Fiskus
Durch den rückläufigen Bierkonsum entgehen den beiden Ländern laut Statistischem Landesamt seit 2016 insgesamt 14,5 Millionen Euro an Biersteuereinnahmen. Der Trend zeigt, dass der Durst auf Bier in der Bevölkerung nachlässt. Während der Schauspieler Manfred Krug als TV-Anwalt Liebling Kreuzberg einst sagte: „Durst wird durch Bier erst schön“, scheint dieser Spruch heute nicht mehr für alle zu gelten. Die Brauereien stehen vor der Herausforderung, sich an veränderte Konsumgewohnheiten anzupassen.
Die Zahlen verdeutlichen einen langfristigen Strukturwandel in der Getränkebranche. Immer mehr Menschen greifen zu alkoholfreien Alternativen oder anderen Getränken. Dies hat direkte Auswirkungen auf die Steuereinnahmen der Länder, die auf die Biersteuer angewiesen sind. Ob sich der Abwärtstrend fortsetzt oder ob neue Brauereikonzepte und Biersorten die Wende bringen können, bleibt abzuwarten.



