625 Jahre Ollendorf: Dorffest vereint Generationen
625 Jahre Ollendorf: Dorffest vereint Generationen

Mit einem zünftigen Maifest begannen in Ollendorf, einem Ortsteil der Gemeinde Grünow, die Feierlichkeiten zum 625. Jahrestag der Ersterwähnung des Dorfes. Rund um den Pferdehof Scholz wurde ein abwechslungsreiches Programm für Jung und Alt geboten. Schon zur Eröffnung strömten zahlreiche Besucher auf das Gelände.

Großer Zuspruch trotz kleiner Einwohnerzahl

Das Getümmel war riesig: Bis zu 500 Menschen gleichzeitig besuchten zu Spitzenzeiten das Fest. „Dabei haben wir nur 100 Einwohner“, freute sich Bürgermeisterin Christin Koschnicke über den Zuspruch. Der Erfolg war jedoch das Ergebnis intensiver Vorbereitung mit viel Herzblut. Der Feuerwehrförderverein Grünow und die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Grünow halfen tatkräftig mit, wie die Bürgermeisterin betonte.

Einen großen Teil zum Gelingen des Festes steuerten die Mitglieder des Pferdesportvereins um Olivia Scholz bei. Mit Flohmarkt, Geschicklichkeitsspielen, Kinderschminken, einem Festzelt sowie reichlich Speis und Trank wurden alle Besucher bei bestem Sommerwetter verwöhnt.

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Besonderes Angebot: Tierspuren aus Gips

Ein Angebot stach besonders hervor. Selma Mörchen aus Grünow bot Kindern an, in feuchtem Sand Tierspuren nachzubilden. Die Vertiefungen wurden dann mit selbst angerührtem Gips ausgegossen. Nach wenigen Minuten härtete der Gips aus, und die Kinder konnten ein selbst gefertigtes Andenken mit nach Hause nehmen.

Der Nachmittag verging schnell. Voll Vorfreude warteten alle auf den Ostseewelle-DJ Alex Stuth, der ab 19 Uhr die improvisierte Bühne auf einem Anhänger mit Strohballen übernahm. Mit lockerer Moderation begleitete er die Feier bis in die frühen Morgenstunden.

Verbundenheit mit dem Dorf

Die Besucher schätzen die Vertrautheit und das Miteinander. „Ich lebe jetzt seit über 70 Jahren in Ollendorf. Niemals würde ich in eine Großstadt ziehen. Dort gibt es keine Ruhe, keine Schwalben, keine Störche“, sagte Hartmut Reinhold. Auch Erika Witt, Herta Krenth und Hannelore Zachow hatten es sich im Festzelt bequem gemacht und freuten sich über das Gewusel der vielen Kinder.

Erika Witt kam 1945 als Vertriebene nach Ollendorf. Mit vier Geschwistern, einer Tante und der Mutter teilte sie sich ein kleines Zimmer auf einem Dachboden. Viel Hunger erlebte sie, doch die Familie blieb. Herta Krenths Familie kam zum Kriegsende aus Ostpreußen. „Wir sind geblieben. Die Ruhe und eine tolle dörfliche Gemeinschaft erleichterten uns diese Entscheidung“, sagte sie.

Auch die Jüngeren wissen ihr Dorf zu schätzen. „Ich habe gerade in Ollendorf ein Haus gekauft und gehe bestimmt nicht hier weg – auch wegen der gratis Froschkonzerte an den Abenden“, sagte Martin Krenth.

Zukunft des Gutshauses ungewiss

Trotz der Feierlichkeiten bedrückt die Ollendorfer eine Sorge: Ihr Gutshaus soll ein „Ollendorfer“ bleiben. „Wir hoffen auf neue Ideen und einen Träger, der das stark renovierungsbedürftige Gebäude wieder für die Allgemeinheit nutzbar macht und ihm neues Leben einhaucht“, sagte die Bürgermeisterin. In nächster Zukunft sind Beratungen zu diesem Thema angesetzt.

Die Feierlichkeiten zum Dorfjubiläum stehen unter dem Motto „Geschichte feiern, Zukunft tanzen“. Es wird verschiedene Vorträge zur Ortsgeschichte geben. Im September ist Erntedank mit einer Feuershow geplant. Zuvor feiert die Gemeinde Grünow am 29. August 175 Jahre Freiwillige Feuerwehr mit einem Fest.

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