Stichwahl in Schwerin: AfD-Kandidatin verpasst knapp den Einzug
In der Landeshauptstadt Schwerin herrscht nach der ersten Runde der Oberbürgermeister-Wahl vielfach Erleichterung. Die AfD-Kandidatin Petra Federau hat den Einzug in die Stichwahl um das höchste Amt der Stadt knapp verfehlt. Am 26. April treffen nun der CDU-Kandidat Sebastian Ehlers und die SPD-Politikerin Mandy Pfeifer aufeinander, um über die Nachfolge des zurückgetretenen Oberbürgermeisters Rico Badenschier zu entscheiden.
Wahlergebnisse und politische Reaktionen
Bei der Wahl am Sonntag entfielen auf den Landtagsabgeordneten Sebastian Ehlers von der CDU 34,2 Prozent der Stimmen. Die SPD-Kandidatin Mandy Pfeifer, die ebenfalls im Landtag sitzt und auch von der Linken unterstützt wird, erreichte 27,9 Prozent. Petra Federau von der AfD landete mit 26,3 Prozent knapp dahinter auf Platz drei. Die Wahlbeteiligung betrug 59,8 Prozent.
Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) zeigte sich erleichtert über das Ergebnis. „Schwerin hat sich gegen die AfD entschieden“, erklärte sie auf Instagram. Mit Blick auf die Stichwahl in zwei Wochen rief Schwesig zur Wahl von Mandy Pfeifer auf und bezeichnete sie als die „kompetenteste, erfahrenste und ehrlichste Bewerberin“.
Die CDU feierte den Ausgang der ersten Wahlrunde als Erfolg. Der Landesvorsitzende Daniel Peters, der im Herbst bei der Landtagswahl Ministerpräsidentin Schwesig herausfordern will, betonte: „Das Ergebnis zeigt, dass die CDU in großen Städten ausgesprochen erfolgreich sein kann.“ Er kündigte an, dass die CDU im Wahlkampf vor der Stichwahl noch einmal „deutlich nachlegen“ werde. Für Sebastian Ehlers hatte sich vor der Wahl unter anderem die Schauspielerin Katrin Sass eingesetzt.
Hintergrund und weitere Bürgermeisterwahlen in Mecklenburg-Vorpommern
Insgesamt waren sieben Kandidaten angetreten, um die Nachfolge von Rico Badenschier anzutreten, der Ende 2025 vorzeitig als Oberbürgermeister zurückgetreten war. Badenschier hatte neun Jahre an der Spitze der knapp 100.000 Einwohner zählenden Landeshauptstadt gestanden und war unter anderem wegen schwerwiegender Differenzen mit der Stadtvertretung gegangen.
Parallel fanden auch Bürgermeisterwahlen in anderen Städten Mecklenburg-Vorpommerns statt:
- In der Hansestadt Wismar erhielt der SPD-Bundestagsabgeordnete Frank Junge 42,1 Prozent der Stimmen und trifft in der Stichwahl am 26. April auf die AfD-Kandidatin Manuela Medrow, die auf 20,9 Prozent kam.
- In Anklam siegte Amtsinhaber Michael Galander (Initiativen für Anklam /IfA) mit 72,1 Prozent gegen seinen einzigen Herausforderer Jörg Valentin von der AfD, der 27,9 Prozent erreichte.
- In Ueckermünde kommt es zur Stichwahl zwischen den beiden Einzelbewerbern Karsten Berndt (33,8 Prozent) und Tino Spiegelberg (20,9 Prozent).
Der AfD-Landesvorsitzende Leif-Erik Holm äußerte sich mit gemischten Gefühlen zu den Wahlergebnissen. „Das sind Ergebnisse mit Schatten und Licht“, erklärte er. Während er den Einzug von Manuela Medrow in die Stichwahl in Wismar als „sehr erfreulich“ bezeichnete, bedauerte er das knappe Ausscheiden in Schwerin. Die Chancen der AfD in der Stichwahl in Wismar werden jedoch allgemein als gering eingeschätzt.
Zwischenfälle im Vorfeld der Wahlen
Vor den Wahlen hatte es mehrere Zwischenfälle gegeben, zu denen die Polizei ermittelt. Ein Kandidat berichtete von Knallgeräuschen, die er als Schüsse gegen sich wertete. Ein anderer Kandidat war wiederholt von Sachbeschädigungen betroffen. Zudem wurde im Umfeld einer Podiumsdiskussion mit den Bürgermeister-Kandidaten die Seitenscheibe eines Polizeiautos mit einem Stein eingeworfen. Diese Vorfälle unterstreichen die angespannte politische Atmosphäre in der Region.



