AfD scheitert erneut bei Landratswahl in Brandenburg
Die Alternative für Deutschland (AfD) hat ihr Ziel, erstmals einen Landrat in Brandenburg zu stellen, erneut verfehlt. In der Uckermark konnte die amtierende CDU-Landrätin Karina Dörk ihren Posten erfolgreich verteidigen und setzte sich mit einem deutlichen Ergebnis von 60 Prozent der Stimmen gegen den AfD-Bewerber Felix Teichner durch. Teichner war der einzige Gegenkandidat in dieser wichtigen Wahl.
Erleichterung bei Demokratiebündnis
Ein landesweites Aktionsbündnis gegen Gewalt, Rechtsextremismus und Rassismus reagierte mit großer Erleichterung auf den Ausgang der Landratswahl im Nordosten Brandenburgs. Die Organisation bezeichnete das Wahlergebnis als starkes Signal für die Demokratie in Brandenburg. Gleichzeitig wies das Bündnis darauf hin, dass rechtsextreme Einstellungen weiterhin eine ernsthafte Herausforderung für die Gesellschaft darstellen.
Die Landes-AfD in Brandenburg wird vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextremistische Bestrebung eingestuft, wogegen die Partei aktuell juristisch vorgeht. Bundesweit gibt es seit 2023 nur im thüringischen Sonnenberg einen Landrat der AfD.
AfD sieht trotz Niederlage positives Signal
Der Landesvorsitzende der AfD in Brandenburg, René Springer, interpretierte das Wahlergebnis dennoch als Erfolg für seine Partei: „In der Uckermark hat Felix Teichner mit 40 Prozent ein klares Signal gesetzt - gegen eine Amtsinhaberin, die von allen Altparteien getragen wurde. Das zeigt: Immer mehr Bürger wollen einen echten Politikwechsel.“
Der 35-jährige AfD-Politiker Teichner zeigte sich nach seiner Niederlage sportlich und räumte ein: „Der Amtsbonus der Landrätin ist nicht zu unterschätzen. Sie hat auch in den letzten acht Jahren nicht alles falsch gemacht.“ Er respektiere das demokratische Ergebnis der Wahl.
Breites Bündnis sichert Dörks Wiederwahl
Brandenburgs SPD-Generalsekretär Kurt Fischer betonte die Bedeutung der breiten Unterstützung aus der politischen Mitte: „Die Landratswahl in der Uckermark hat gezeigt, dass man mit gemeinsamer Anstrengung und breiter Unterstützung aus der politischen Mitte einen klaren Sieg für eine erfolgreiche Amtsinhaberin erzielen kann.“
Die 61-jährige CDU-Landrätin Karina Dörk, die seit etwa acht Jahren die Leitung des Landratsamts mit rund 1.000 Mitarbeitern innehat, konnte bei dieser Wahl auf die Unterstützung mehrerer Parteien zählen, darunter auch die SPD. Zuletzt hatte die AfD bereits die Landratswahl im Landkreis Spree-Neiße im Südosten Brandenburgs knapp verloren.
Nächste Herausforderung im Barnim
Die AfD konzentriert sich nun auf die kommende Landratswahl im Landkreis Barnim, wo sie einen politischen Umbruch herbeiführen möchte. Dort hat der AfD-Kandidat Matthäus Mikolaszek die Stichwahl erreicht und tritt am 10. Mai gegen den SPD-Landrat Daniel Kurth an. Dieses Duell wird als nächster wichtiger Test für den politischen Einfluss der AfD in Brandenburg gesehen.
Juristische Auseinandersetzung um Wahlwerbung
Parallel zur Wahlniederlage geriet AfD-Politiker Felix Teichner in der Uckermark in rechtliche Schwierigkeiten, weil er den Namen des Volksmusikstars Heino für seine Wahlwerbung nutzte. In einem Beitrag in den sozialen Medien hatte Teichner geschrieben: „Am Sonntag würde Heino Felix wählen.“
Heinos Manager Helmut Werner ließ im Namen des Sängers mitteilen: „Das ist eine Unverschämtheit, und das geht zu weit.“ Per Eilantrag wurde eine einstweilige Verfügung beim Landgericht Neuruppin beantragt. Der Sänger fordert zudem eine Entschädigung von 250.000 Euro Schmerzensgeld für die unerlaubte Nutzung seines Namens im Wahlkampf.



